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Gewinner der Bandzone: The Last Order
Wolfgang Kos, heute Direktor des Wien Museums, erzählte aus den frühen Tagen der Ö3 - Sendung "Musicbox", dass die Redaktion einmal, als sie die Hörer über die beste Band des Jahres abstimmen hat lassen, korrigierend eingreifen musste. Anstelle der kommerziellen Faserschmeichler Bee Gees, was dem Willen des Hörervolks entsprochen hätte, schoben sie die Kinks nach vorne. Es kann halt ein Kreuz sein mit der Abstimmerei!
So kann man als TBA-Redakteur auch bei The Last Order aus Wolkersdorf im schönen Niederösterreich ins Grübeln geraten: Die seit Februar letzen Jahres tätige vierköpfige Band und ihr absolut amtlich gespielter, schön und sauber dahinfahrender Rock & Roll mit Mundarttexten verfehlt die positive Reizung der persönlichen Geschmacksnerven deutlich. Bei aller Rock-&-Roll- und Punk-Affinität – die Riffs sind manchmal leider ein Haucherl zu abgejausnet und textliche Klischees werden nicht zwingender oder erhellender, wenn man sie so vorgesungen kriegt, wie der Querulant beim Wirten ums Eck sich auch in etwa ausdrücken würde.
Andererseits ist es durchaus vorstellbar, dass diese immerhin erfrischend unprätentiöse Musik Menschen gefällt, sogar sehr gefällt und dass sie sich in ihr wiederfinden. Schließlich haben Abertausende Menschen hierzulande Alkbottle - Tonträger in ihren Haushalten stehen. Alkbottle? The Last Order kommen wie eine zeitgemäßere Variante besagter Band daher, leider manifestieren sich auf der MySpace-Seite genannte Referenzen wie Social Distortion oder Turbonegro nur sehr bedingt.
Für den Versuch, sich textlich eben nicht beim meist ohnehin mangelnden Schulenglisch zu bedienen, verdienen The Last Order grundsätzlich Applaus – warum dann eigentlich ein englischer Bandname? – und vielleicht sind Stücke wie "Rock ’n’ Roll live aus da Hö", "Schleich di" oder "I bin i" (allesamt mit dem Titelsong auf der EP "Europa" zu finden) ja noch nicht der Band- Weisheit letzter Schluss.
www.myspace.com/mytlo