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Gewinner der Bandzone: Electronic Dictionary
Ja, es kann sich zum Problem auswachsen, wenn hiesige Bands Englisch singen. Erinnern wie uns nur an Dew Mitch und sein profundes "You Don’t Say Yes, You Don’t Say No". Im Fall von The Electronic Dictionary geht sich das allerdings problemlos aus, grammatikalisch und bedeutungstechnisch. Sänger Aype Wylde (ja, das ist ein Pseudonym) und Gitarrist The Brain (genau, auch das ein ausgedachter Name) verdienen Geld damit, Menschen in der Sprache, in der in ihrer Band gesungen wird, zu unterrichten. Sänger Wylde versteht es dabei eine künstlerische Ebene einzuziehen, die viel heimischer Musik mangels Sprachbeherrschung notgedrungen fehlt – die Lyrics heißen was! Ether, ein Magazin der englischen Community in Wien, nannte die Songs der Band die musikalische Entsprechung eines Terry - Pratchett - Buchs.
Einen Hang zu Fantasy- oder Historical-Fiction-Versatzstücken kann man Songs wie "Vacuum Severage" oder "Circuit Break", mit denen das Quartett die TBA Bandzone in einem knappen Rennen mit Nino aus Wien für sich entscheiden konnte, schon anhand ihrer Titel attestieren. Ein Song wie "The Problem With Lawnmowers" (auf der MySpace-Seite der Band zu entdecken), lässt zudem auf Humor schließen – und auf Problembewusstsein.
Wo aber verstiegenere lyrische Ambitionen andernorts oft zu schwerer zu goutierendem Prog-Rock führen, bleiben The Electronic Dictionary trotz Hang zum Experiment hörbar und griffig, der Pop-Appeal kommt nie zu kurz. Das Kern-Duo fand mit Bassist Prefix, einem Londoner, und Schlagzeuger John M. Juicer Ende 2007 ein fixes Line-up. Das "elektronisch" im Bandnamen verweist auf die Anfangstage der Gruppe, geht sich aber auch für ihren mittlerweile "organischeren" Sound aus. Alles in allem gelingt es der Band damit auf der Höhe einer Zeit zu sein, in der musikalisch längst alles möglich ist, und dort ihre eigene Nische zu bestellen. Eine Nische, deren Besuch lohnt.