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Gewinner der Bandzone: Unding
Sänger und Gitarrist Leo Taschner versteht es, unverkrampft Einblicke ins Innenleben seiner seit 2004 bestehenden Band zu vermitteln: "Wir sind mittlerweile ein echter Multikulti-Haufen" erzählt der 30-Jährige. Er meint damit, dass die fünfköpfige Stammformation mit etlichen Gästen (neben klassischem Rock-Instrumentarium ertönen dann zusätzlich zum Band-Saxophon diverse Bläser) ein echtes Argument für den Schmelztiegel Wien ist.
Ihre Musik ist dabei im weitesten Sinne dem Blues und dem Punk verpflichtet, traut und gönnt sich aber gerne akustische Ausritte in andere Gefilde. Textlich nehmen sie sich – gänzlich ungeniert – kein Blatt vor den Mund, das Stück "Österreich hörst du mich?" wurde zum Protestongcontest eingereicht, erfuhr dort aber wegen mangelnder Subtilität keine rechte Würdigung. "Wir stehen da wohl eher in der Tradition von Drahdiwaberl oder Ambros", so Taschner.
Anliegen, Ideale, Charme
Die demnächst erscheinende CD "The Bubblefish Situation", der erste "richtige" Tonträger der Band, hat zwar mehr englischsprachige Stücke zu bieten, grundsätzlich singen Unding aber eher in der Sprache, in der sie auch sprechen. Präsentiert wird der Silberling, der bei Problembär Records erscheint, einem nachdrängenden DIY-Label mit recht eklektischem Zugang zur Musik, am 12. April im Wiener Rhiz. Was der Band ein echtes Anliegen ist, wobei es nicht um schnelles Geld, Ruhm und zu entfachende Medienhysterie geht, sondern darum, der "idealistisch motivierten Band" (Eigendefinition) Gehör zu verschaffen.
Denn natürlich wollen Unding mehr live spielen und auch außerhalb Wiens wahrgenommen werden. Der unprätentiöse Charme von Songs wie "Dünen" oder "Hast du schon versucht?" weiß dabei durchaus zu gefallen, denn – auch wenn das Wortspiel aufgelegt ist – diese Musik ist eben kein Unding!