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Young Marble Giants: Colossal Youth (Domino / Rough Trade)
2007 schreiben wir heuer, von den einschlägigen Musikgazetten prangen knallbunte Schlagzeilen. „30 Jahre Punk“ wird verkündet, um dann die Würdigung der üblichen Verdächtigen abzufeiern. 1977 war pophistorisch natürlich ein Meilenstein, eine Zäsur, aber die wirklich interessante Musik entstand in den dann freiwerdenden Nischen, „Post-Punk“ nannte man das dann.
Eine dieser Nischen besetzte ein unscheinbares Trio aus Cardiff, Young Marble Giants nennen sie sich, wir schreiben Ende 1979, The Clash haben das enge Korsett des Punk längst hinter sich gelassen, The Stranglers, Undertones, XTC und wie sie alle heißen lärmen mehr oder weniger subtil.
Anders da schon die Brüder Stuart und Philip Moxham und dessen Freundin Alison Statton. In knapp einer Woche nehmen sie 15 glasklare, entspannte, vollkommen reduzierte Songs auf, eingedampfte musikalische Substanz, kein Ballast, spröde, groß. „Colossal Youth“ heißt dieser geniale Wurf. Und vollkommen zeitlos, von Kurt Cobain geliebt, von seiner Witwe sogar gecovert („Credit In The Straight World“), von Belle & Sebastian, Stereolab verehrt – die Hamburger Band Kollosale Jugend benannte sich nach dem Debütalbum.
Danach gab’s nicht mehr viel, Alison Statton trennte sich bald von der Band, die instrumentale „Testcard“-EP folgte und dann war Schluss. In einer schönen Box gibt es jetzt alles, was es von YMG jemals auf Band geschafft hat, Single-Tracks, Demos, ein John-Peel-Auftritt, drei CDs und ein hübsches, informatives Booklet. Schwere Kaufempfehlung!