|
|
||
Nick & Norah
Eigentlich verwundert es fast, dass sich der hoffnungsvolle Jungschauspieler Michael Cera für das Drehbuch von "Nick und Norah" begeistern ließ. Wahrscheinlich ahnte er auch nicht, wie schlecht der abgedrehte und zusammengeschnittene Film dann letztlich werden würde. Mit der Qualität in seinen wahrlich unterhaltsamen Rollen in Filmen wie "Juno" oder "Superbad" bzw. in der wunderbar angeschrägten Familienserie "Arrested Development" hat diese Coming - of - Age - Teenie - Komödie leider sehr wenig zu tun. Er spielt darin den eben sitzen gelassenen Musikliebhaber Nick.
Dieser trifft auf die ebenfalls Musik liebende Norah und beide verlieben sich ineinander. Das ist der simple Kern dieser Geschichte, bei der eine schwer betrunkene Freundin, herumalbernde homosexuelle Bandkollegen, eine hinterhältige Ex - Freundin und eine ominöse Indie - Truppe, deren geheimem Konzert ganz New York entgegenfiebert, belanglose Nebenrollen und Nebenschauplätze verkörpern. Der ganze Film spielt sich im Zeitraum einer durchzechten Nacht ab und nach allerlei Umwegen und formalistisch schönen Stadtaufnahmen finden sich am Ende die Guten, einander liebend, auf dem verheißungsvollen Konzert wieder. In die Handlung werden klischeehafte Witze, etwas Fäkalhumor und Nerd - Ironie gestreut, was anstatt zusätzlicher Würze zu mehr Unverständnis und Langeweile führt.
Das mit Abstand beste an diesem Film ist der Soundtrack, der aber fast nur mit gängigen Indie - Gassenhauern aufwarten kann und wenige Überraschungen bietet. Hier wird versucht das von Hollywood so inflationär abgespulte Genre Teenie - Komödie in eine Art Independent - Szene überzuführen, aber nicht um einen interessanten Film zu generieren, was hier mit Micheal Cera nicht gelingt, sondern, um neue Ziel - und Konsumentengruppen zu erschließen. Gut gemeint ist oft das Gegenteil von Gut, so leider auch im Fall von "Nick und Norah". (3/10)