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Maria, ihm schmeckt’s nicht
Als jungfräulicher Molekularbiologe Michael sorgt er in "Elementarteilchen" für mitleidsvolle Szenen. Und in der Verfilmung von Jan Weilers Roman "Maria, ihm schmeckt’s nicht" spielt er Jan, dessen Liebesglück fast in der zwischenmenschlichen Kampfzone zweier Kulturen dem Erdboden gleichgemacht wird. Jan will nämlich Sara (Mina Tander) heiraten, seine Freundin, halb Deutsche, halb Italienerin. In kleinem Rahmen versteht sich. Schließlich ist so eine Hochzeit eine höchst private Angelegenheit. Nicht jedoch, wenn Saras italienischer Papa Antonio (Lino Banfi) darauf besteht, den schönsten Tag im Leben seiner Tochter im pittoresken Städtchen Campobello zu feiern – italienische Großfamilie inklusive. Einmal in Apulien angekommen, stellt sich heraus, dass Jans Allergie gegen Meeresfrüchte das kleinste Problem ist. Viel eher stößt er sich an der lahmen Bürokratie, dem äußerst hart zu knackenden Schwiegervater, dem südlichen Temperament und seiner eigenen deutschen Korrektheit.
Und Nicht - Schwimmer ist Jan noch dazu. Was auf diese Tatsachen folgt, ist eine flache Abhandlung von italienischen Klischees – wie sie die lahmen Mitteleuropäer ja so gerne mögen – in Verbindung mit Szenen aus Antonios Gastarbeiter - Biografie. Die wirklich authentischen Witzfiguren des Films sind aber eigentlich Jans Eltern Gisela (Gundi Ellert) und Eberhart (Peter Praeger), die Italien - Fan gewordene Verkörperung des deutschen Bildungsbürgertums. "Buon Giornchen!", meint Gisela nämlich genau so wie sie es sagt, während sich der Blutdruck von Psychologieprofessor Eberhart wegen Antonios laienhafter Interpretation der Freud’schen Schule stetig erhöht. Die paar Lacher und Christian Ulmens Mitgefühl erregendes Leiden machen aber leider noch keinen guten Film. (5/10)