|
|
||
Tintenfischalarm
Es waren einige operative Eingriffe im Kindesalter die entschieden hatten, dass Alex seine Kindheit und Jugend als Mädchen zubringen sollte. In ihrem filmischen Porträt verhilft Elisabeth Scharang einem von viel Unwissenheit begleiteten Tabuthema zu besserer Zugänglichkeit und stellt klar, dass in Sachen Geschlecht Muschi und Spatzi nicht die alleinige Hauptrolle spielen. Einer von 2.000 Menschen kommt intersexuell auf die Welt, hat also in einem restriktiven Mann/Frau-Schema auf Basis seiner Geschlechtsmerkmale keinen Platz.
In „Tintenfischalarm“ erfahren wir auf eindringliche Art, was die Normierungswut unserer Gesellschaft für die Betroffenen meist schon in jungen Jahren bedeutet. Der Film, eigentlich als Blick zurück auf das bisherige Leben geplant, drängt plötzlich und mit Vehemenz in die Gegenwart, als Alex entscheidet sich erneut einer Operation zu unterziehen. Dieses Mal jedoch ist die Entscheidung seine eigene. Scharang gelingt ein wertvoller Blick auf jene Grundfesten der Gesellschaft, deren scharf verteidigte Unerschütterlichkeit, oft großes Leid unter jenen Menschen verursacht, die auf der Suche nach ihrer Identität sind.
Regie: Elisabeth Scharang
(Polyfilm Video)