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Road to Guantanamo
Im anglo-amerikanischen Mediendiskurs bekannt als „The Tipton Three“ – benannt nach ihrem britischen Heimatort –, waren die Teenager Ruhal Ahmed, Asif Iqbal und Shafiq Rasul drei lange Jahre in der rechtsfreien Zone von Guantánamo Bay eingesperrt – auf Verdacht, ohne Beweise, ohne Anklage und unter menschenunwürdigen Bedingungen. Im Gegensatz zu vielen anderen sind sie jetzt frei, ihre Unschuld wurde aber nie offiziell erklärt.
Natürlich ist „The Road to Guantanamo“ tendenziös, aber Unrecht lässt sich wohl per definitionem nicht neutral darstellen. Dieser Versuch wird aber auch gar nicht erst unternommen, denn der dokumentarischen Ebene aus Nachrichten- und Ansprachen-Footage wird eine dramaturgische in Form von nachgestellten Szenen gegenübergestellt. In dieser Mischung aus Dokumentation und Inszenierung erzählt Winterbottom die Geschichte von drei Jugendlichen, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren und am eigenen Leib erfahren mussten, wie real die abstrakte Diskussion um die Interpretation der Menschenrechte in das Leben (oder gleich ins Gesicht) des Einzelnen treten kann.
Regie: Michael Winterbottom
(Universum)