|
|
||
Hitman
Lediglich die Nummer 47, die als Strichcode auf seinen kahlrasierten Schädel tätowiert ist, kennzeichnet ihn in seiner einheitlichen Uniform (schwarzer Anzug, rote Krawatte, zwei schallgedämpfte Kanonen) als Individuum. Nachdem er den russischen Präsidenten Mikhail Belicoff (Ulrich Thomsen) eliminiert hat, ist nicht nur der russische FSB auf seinen Fersen. Interpol-Agent Whittier (Dougray Scott) sitzt ihm ebenfalls im Nacken, und seine Auftraggeber wollen nichts mehr von ihm wissen.
Verzwickter wird der Fall, als Agent 47 feststellt, dass Belicoff trotz eines gezielten Kopfschusses noch lebt. In flottem Tempo wird das Personal in Hochglanz-Optik zwischen London, St. Petersburg und Istanbul hin und her gehetzt. Das erste "Hitman"-Spiel fand sich auf dem Index wieder: Das Spiel-Prinzip, das den Spieler als Agent 47 seine Opfer zunächst ausspähen lässt, um die effektivste Tötungsmethode zu finden, rechtfertigt den heute medial überstrapazierten Begriff des Killer-Spiels durchaus. Diesem Umstand trägt die Kinoverfilmung Rechnung: Wer ein Problem mit exzessiver Leinwandgewalt hat, dürfte aufjaulen, denn "Hitman" macht keine Gefangenen.
Da wird auch schon mal eine Kokser-Gesellschaft mittels schweren automatischen Waffen brutal niedergemäht und die Reste der Bagage (inklusive "Lost"-Star Henry Ian Cusick) an der Innen-Dekoration verteilt. Hätte Regisseur Gens darauf verzichtet, wäre er dem Bodycount der Vorlage nicht gerecht geworden, zumal der Film sowieso nur für Genre-Fans gemacht ist. Für die Produktion zeichnet Style-Papst Luc Besson "Das fünfte Element", "Nikit") verantwortlich. (9/10)
Regie: Xavier Gens
Hersteller: 20th Century Fox