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The Darjeeling Limited
Ein Trip zu den Ursprüngen also, eine Art "Magical Mystery Tour": Pop, Aussteigerpathos, Erleuchtungsfolklore. Was passiert nun, wenn die Kinder der Blumenkinder nach Indien aufbrechen? Drei in sich verschlossene Charaktere, die ihr Lebensunglück hinter der Maskerade exzentrischer Kaspereien in einer Atmosphäre aus wohlsituierter Dekadenz und bekifftem Witz verbergen: Dieses Figurentheater dreht sich vor allem um die Suche nach familiärem Zusammenhalt.
Wes Anderson (Jahrgang 1969) entwirft seine Familiengeschichten stets unter peinlichster Vermeidung von Gefühligkeit. Er bedient sich dabei eines wirkungsvollen Kniffs: Was die Mitglieder seiner Familien schmerzt und verwirrt, wirkt auf den unbeteiligten Zuschauer komisch. In seinen besten Momenten gelingt es Anderson, diese Komik mit leisem Weh aufzufüllen: das Resultat ist jene staubtrockene Melancholie, die seine Filme so wiedererkennbar macht. Leitmotivisch begleitet Peter Sarstedts großmannssüchtiges Pathos "Where Do You Go To My Lovely?" die Oberflächenpolitur des Rot-Türkis-Safrangelbs der indischen Kleider und Dekors.
Schwartzman ist Andersons ältester Freund und gemeinsam mit dem Regisseur ins Filmgeschäft eingestiegen. Der aus der großen Coppola-Familie stammende Ex-Musiker (Phantom Planet) schrieb hier mit seinem Cousin Roman Coppola und Anderson auch am Drehbuch mit; Brody qualifiziert sich fürs Familienticket und Owen Wilson liefert die absolut beste Leistung seiner Karriere als Suizidär – eine bittere Parallele zur Realität. "The Darjeeling Limited" ist das neue Meisterstück eines genialischen und gereiften Regisseurs. Die große Suche, die Anderson in seinen Filmen beschreibt, wird immer ins Leere laufen. (9/10)
Regie: Wes Anderson
Label: 20th Century Fox