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Nadja
An einem zeitgemäßen Update des Dracula - Mythos hat sich Regisseur Michael Almereyda versucht. In „Nadja“ (1994) erzählt er von der gleichnamigen Vampirin, dargestellt von Elina Löwensohn, die nachts auf der Suche nach neuen Opfern durch die Bars von New York City streift. Doch Van Helsing, der zuvor schon ihren Vater Graf Dracula gepfählt hat, möchte auch Nadja und ihren Zwillingsbruder zur Strecke bringen. Dabei sehnen sich beide – sowohl die ihren Blutgelüsten nachgehende Nadja als auch der gegen diese ankämpfende Edgar – danach, durch den endgültigen Tod ihres Vaters von ihrem Familienfluch befreit, ein neues Leben beginnen zu können.
Ganz ohne billige Schockeffekte erzählt der Film in ansprechenden Schwarzweiß - Bildern eine Geschichte vom Verloren- und Ausgeliefertsein in der modernen Welt. Almereyda bedient sich dabei sowohl der Ästhetik alter Vampirfilme als auch einer moderneren Bildsprache, die gelegentlich etwas zu sehr wie frisch von der Kunsthochschule wirkt.
In einer Nebenrolle ist David Lynch zu sehen, der den Film auch als ausführender Produzent betreut hat. Sein Einfluss ist deutlich zu spüren – nicht nur in manch mysteriöser Zwischensequenz, sondern auch im eigenwilligen Sound-Design, das sich bestens mit den Musikbeiträgen von Portishead, The Verve und My Bloody Valentine verträgt. Besondere Erwähnung sollte auch Peter Fonda finden, der sich als schusseliger Van Helsing mit dem Fahrrad auf die Jagd nach den Untoten macht, in einer Doppelrolle aber auch den Dracula gibt. Ein durchaus gelungener Versuch in Sachen zeitgenössischer Vampirfilm. (6/10)
Regie: Michael Almereyda
Label: Senator