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No Country For Old Men
Basierend auf dem Roman des Pulitzer - Preisträgers Cormac McCarthy und anknüpfend an die Westernklassiker der 60er und 70er Jahre hängt sich das genialistisch - dilletantische Coen - Brüderpaar mit dem mehrfach oscar-gekrönten Werk paradoxerweise genau dort an, wo für die großen Westernhelden Schluss war. Nämlich in den 80ern des letzten Jahrhunderts.
Mit Tommy Lee Jones als lethargischen Sheriff Ed Tom Bell haben sie auf alle Fälle einen Vorzeige-Antihelden erschaffen, und dank der Topffrisur Javier Bardems wird diese Mode so schnell nicht in den Mainstream zurückkehren. Inhaltlich dreht sich der Film um den im Wohnwagen hausenden Cowboy Llewelyn Moss (Josh Brolin), der in der texanischen Wüste zufällig den Schauplatz eines geplatzten Drogendeals entdeckt, den niemand überlebt hat und dort einen Koffer voll Bargeld wie im Selbstbedienungsladen an sich nimmt.
Sein Gewissen führt ihn Tags darauf noch einmal zum Fundort zurück, wo er von Gangstern überrascht wird und in Folge der ohne jegliches Gewissen handelnde, völlig durchgeknallte Auftragskiller Anton Chigurh (Bardem) auf ihn gehetzt wird. Es folgen unzählige unschuldige Opfer, die auf kreativste Weise niedergemetzelt werden und ein Sheriff, der mit hängenden Schultern den guten alten Zeiten hinterher trauert und unfähig ist, die Gewaltspirale zu stoppen.
Am polarisierendsten ist aber das Ende, das man nur lieben oder hassen kann. Es ist bei Gott kein schlechter Film, aber Oscar-Konkurrenten wie "Michael Clayton" hätten die Preise eher verdient. Das Positive daran ist, dass die Coen-Brüder kreative Tausendsassas sind, die sich nicht auf ein Genre festnageln lassen, und mit ihrem kommerziellen Erfolg wieder die Möglichkeiten bekommen, mit Unkonventionellem zu experimentieren. Und das wiegt doch mehr als jede Auszeichnung. (7/10)