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In drei Tagen bist du tot 2
Anders als bei Teil eins kommt das Grauen im Sequel zum österreichischen Überraschungserfolg "In 3 Tagen bist du tot" nicht zu seiner Beute, sondern lockt diese – wenn man so will – zu sich. Nina (abermals überzeugend: Sabrina Reiter) lebt mittlerweile in Wien, sie jobbt untertags in einem Plattenladen und feiert abends im Flex. Als Fischer die Leiche jener Frau aus dem Traunsee ziehen, der vor eineinhalb Jahren ein großer Teil ihrer Freunde zum Opfer gefallen sind, wird sie von der Vergangenheit eingeholt. "Hilf mir!", keucht Mona gequält ins Telefon und Nina ist überzeugt, dass ihre beste Freundin von damals erneut in Gefahr ist. Sie macht sich auf den Weg in ihren Heimatort, doch Mona ist verschwunden.
Ihre Spuren führen nach Feichten, wo Verwandte in den verschneiten Tiroler Bergen einen Gasthof betreiben. Dass Regisseur Andreas Prochaska erneut ein ländliches Idyll als Schauplatz gewählt hat, erweist sich wie schon zuletzt als wahrer Glücksfall. In ihrem abgeschotteten Habitat wirken die nicht gerade umgänglichen Bewohner dieser tiefsten Provinz umso authentischer, ihr Versuch, die eigene kleine Lebenswelt vor Einmischungen von draußen zu schützen, wird direkt nachvollziehbar. Trotz kleinerer Drehbuchschwächen – okay, wer weiß schon wirklich, wie man sich in einer solchen psychischen Ausnahmesituation verhalten würde – gelingt es Prochaska Niveau und Spannung hoch zu halten.
Das Sequel ist noch stimmiger als der erste Teil und vor allem weniger am typischen US-amerikanischen Teen - Horror - Erfolgsmodell orientiert. Etwas mehr Blut und Beuschel darf’s auch sein und im Angesicht des Todes wirkt letztlich auch Ninas Wandel zur geradezu lustvollen, hemmungslosen Killerin nachempfindbar. Und wie effektvoll dabei Blutrot und Schneeweiß ineinander verlaufen – sogar der Tiroler Tourismusverband dürfte seine helle Freude haben. (7/10)
Regie: Andreas Prochaska
Label: Allegro Film