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Australia
Kurz vor dem Eintritt Australiens in den Zweiten Weltkrieg. Der Treiber (Hugh Jackman) führt Lady Sarah Ashley (Nicole Kidman) und deren Rinderherde – Grundbesitzer versuchen diesen Transport zu hintertreiben – durch das Northern Territory an die Küstenstadt Darwin. Bis dorthin werden sie ihre Standesunterschiede überwunden haben. Nach zwei Stunden Laufzeit wäre der Film eine herrlich fotografierte (Mandy Walker) Tourismuswerbung. "Australia" ist aber der seltene Fall eines Films, wo die dritte Stunde eine zu vertretende Draufgabe ist. Wenn sich Sarah und der Drover um die Rückkehr ihres Ziehkindes Nullah (Brandon Walters) bemühen, hat "Australia" ganz große Gänsehautmomente. Regisseur Luhrmann trägt hier eine Anklage gegen die Verbrechen der Weißen an der "Lost Generation", das sind ihren Eltern geraubte Aborigines - Kinder, vor.
"Beds Are Burning" (Midnight Oil): Erst 2008 entschuldigte sich das offizielle Australien bei den Aborigines für das an ihnen verübte Unrecht. Noch jeder australische Filmemacher arbeitete sich am Schuldtrauma des fünften Kontinents ab: In "Rabbit Proof Fence" (deutscher Titel: "Long Walk Home") beschreibt Phillip Noyce ("Das Kartell") die Flucht zweier Schwestern aus einem staatlichen Erziehungsheim und ihre wochenlange strapaziöse Wanderung zu ihren Eltern. Peter Weir ("The Truman Show") skizziert in "The Last Wave" die "gerechte Apokalypse". Neben dieser Schuld - und - Sühne - Thematik erzählt Australia eine ganz große (und unpeinliche) Liebesgeschichte – Kidman und Jackman kauft man das ab. "Lawrence of Arabia" und "Gone with the Wind" erklärt Luhrmann ("Moulin Rouge", 2001; "William Shakespeare’s Romeo und Julia", 1996; "Strictly Ballroom", 1992) zu den Vorbildern seines epischen Globalkinos. Heldenhaft befreit der Drover die abgeschobenen Kinder, die der japanischen Vorhut auf einer vorgelagerten Insel – unbewaffnet – dargebracht werden. Im Überwinden rassistischer Diskriminierung wird Australien zur Nation. (8/10)
Regie: Baz Luhrmann
Label: 20th Century Fox