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The Spirit
1940 entwarf Comiczeichner Will Eisner die Figur "The Spirit". Als tot geglaubter Cop operierte er maskiert gegen das organisierte Verbrechen. Ausgestattet mit Unsterblichkeit, schickem Anzug plus Hut, Sinn für Humor und dem Auftreten als Großstadt-Womanizer bekämpft er seine Feinde mit fliegenden Fäusten. Fast siebzig Jahre später nahm sich der Eisner - Bewunderer und der selbst schon zur Comic - Legende gewordene Frank Miller diesem Stoff gemäß seinen Vorstellungen an. Frei nach "She is my mother. She is my lover. And I am her spirit": Was die ästhetische und inszenatorische Formulierung der Figuren betrifft, könnte der Film als ein Zwischenspiel vor der Fortsetzung von "Sin City" verstanden werden.
Auch der "Spirit" bewegt sich vor einer ähnlich schwarz - weißen Kulisse eines unerbittlich ambivalenten Stadtbilds. Allerdings wird die urbane Härte hier durch den Mitgefühl vermittelnden Helden selbst, sowie durch die ihm zugewandten, sexuell bis sexistisch aufgeladenen Frauenfiguren aufgelockert. Zudem zeichnen sich die Charaktere neben ihrer Absurdität (Samuel L. Jackson als verrückter Wissenschaftler, Superschurke und Nazi) auch durch Wortwitz und gelegentliche Slapstick - Einlagen aus. Leider funktioniert dieser Humor zu selten, um die ohnehin sehr dünne Handlung bereichern zu können.
Außer den visuell eindrucksvollen Effekten, dem Ausreizen tradierter Geschlechterrollen, den besagten Späßen und ein paar Actionszenen passiert nicht sehr viel in diesem hochkarätig – selten wurde Scarlett Johansson so zurückhaltend verbraten – besetzten Film. Nach einer wirkungsvollen Dramaturgie sucht man vergeblich. Wenn man sich aber gerne in die Perspektive von Herrn Miller, in alte Superheldengenre - Muster hinein versetzen lässt, kann "The Spirit" kurzweilig gute Unterhaltung bringen. Doch, sowohl im Comic, als auch im Film, braucht es für eine stetig spannende Geschichte letztlich mehr, als interessante Einzelbilder, die unmotiviert aufeinander folgen. (5/10)
Regie: Frank Miller
Label: Sony Pictures