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Die neue Sophie Marceau
Christa Theret ist seit dem Überraschungshit "LOL (Laughing Out Loud)" in Frankreich ein Superstar. Der Film behandelt äußerst charmant die Wirren der ersten Liebe und die Troubles zwischen einer alleinerziehenden Mutter (Sophie Marceau) und ihrer flügge werdendenTochter (Christa Theret). Wir haben uns mit der hübschen französischen Nachwuchsdarstellerin in Berlin getroffen und mit ihr über Schulhöfe, Sophie Marceau und die Liebe geplaudert.
"LOL" war ein echter Hit in Frankreich. War es schwer, die Rolle der jungen Hauptdarstellerin Lola zu bekommen?
Ich wurde mit zwölf auf dem Schulhof entdeckt, und spielte daraufhin in zwei Filmen mit. In Frankreich durchkämmen die Casting - Agenten regelrecht die Schulhöfe nach neuen Gesichtern. Auf diese Weise ist eine Agentin auf mich aufmerksam geworden. Sie hat mich zum Casting für "LOL" geschickt. Das Casting hat lange gedauert – ganze acht Monate – aber letztendlich hab ich die Rolle bekommen.
Klingt nach einem langwierigen Entscheidungsprozess ...
Am Anfang war ich sehr pessimistisch, hab überhaupt nicht dran geglaubt, dass es klappen könnte. Aber nach einigen Recalls, als die Verantwortlichen begannen, mir immer mehr über die Rolle zu verraten, habe ich gespürt, dass meine Chancen wachsen.
Wie sehr ähnelst du privat deiner Figur Lola im Film?
In der familiären Struktur ähnele ich Lola überhaupt nicht. Ich habe diese intime Beziehung, die sie mit ihrer Mutter pflegt, überhaupt nicht gehabt. Die Beziehung zu meiner Mutter war viel distanzierter. Ich gleiche ihr aber charaktermäßig stark, wir drücken uns emotional sehr ähnlich aus. Wir sind beide ziemlich krass – sagen, was wir denken. Es gibt bei mir auch ein gewisses Ausmaß an Spontanität. Ich würde auf das, was meine Figur im Film erlebt, auch persönlich so reagieren. Außerdem bin ich, wie Lola, sehr zielstrebig und meinen Freunden gegenüber immer loyal.
Wann war dir klar, dass du als Schauspielerin dein Brot verdienen willst?
Ehrlich gesagt wollte ich nicht unbedingt ins Filmbiz. Ich bin da mehr oder weniger durch die Castings auf den Schulhöfen reingerutscht. Die Erfahrungen, die ich bei meinen ersten Drehs machen konnte, haben dann mein Interesse geweckt. Aber erst nach dem zweiten Film habe ich ernsthaft darüber nachgedacht und mir überlegt, dass der Beruf der Schauspielerin für mich eine Option wäre.
Haben dich deine Eltern dabei unterstützt?
Meine Eltern sind Künstler, und daher auch immer sehr offen für Dinge, die jenseits der Schule passieren. Meine Mutter hat immer an mich geglaubt. Sie hat gesehen, dass ich mich in der Schule nicht so wohl fühle, und mich dort auch nicht wirklich emanzipieren konnte. Aber jedes Mal, wenn ich von Dreharbeiten zurückkam, hatte ich diesen Smile im Gesicht und war glücklich. Da sie wusste, wie schwer es ist ins Filmgeschäft reinzukommen, war sie – wie ich – der Meinung, dass ich die Chance nützen muss.
In Frankreich ist "LOL" bereits angelaufen. Wie hat das Publikum auf den Film reagiert?
Rund um den Film hat sich ein richtiges "LOL" - Universum entwickelt. Ich habe viele Mails von Teenagern bekommen, die sich in meiner Figur wiederfinden.
Bist du in Frankreich mittlerweile ein Role - Model für weibliche Teenager?
Ich denke schon, dass Lola für viele junge Mädchen ein Vorbild sein kann. Durch die Fan - Post weiß ich, dass Lola für eine gewisse Altersstufe zu einer richtigen Ikone wurde. Das waren Fan-Briefe, wie sie sonst nur Stars kriegen. (lacht)
Siehst du dich selbst nicht als Star?
Nein! Mir bedeutet der Begriff "Star" ziemlich wenig. Meine Rolle war keine unglaubliche Leistung, da meine Figur Lola meinem Naturell sowieso sehr ähnlich ist. Für mich ist ein Star jemand, dessen Leistung weltweit anerkannt wird. Aber ehrlich: es interessiert mich nicht, ein Star zu werden. Und ich habe auch gar nicht den Eindruck, dass das irgendwann passieren könnte. Aber ich bin sehr zielstrebig. Mein Ziel ist es, nicht nur kommerzielle Filme zu machen, sondern auch welche, die vielleicht engagierter sind und tiefgründiger. Aber ich bin natürlich auch stolz auf "LOL".
Wie war die Zusammenarbeit mit Sophie Marceau? Habt ihr euch während des Drehs angefreundet?
Sophie ist eine Ikone in Frankreich! Sie ist sehr beeindruckend. Ich habe Sophie vor Drehstart nur einmal kurz beim gemeinsamen Besprechen des Skripts getroffen. Die erste Szene die wir gedreht haben, war gleich sehr intim. Wir haben uns im Bett umarmt und gekuschelt. Durch diese erzwungene Nähe konnte ich im Nachhinein betrachtet gleich viel leichter in die Haut von Lola schlüpfen.
Und Sophie Marceau war ab diesem Zeitpunkt für mich kein Star mehr – sie hatte sich wirklich in meine Mutter verwandelt. Wir haben dann auf dieser Basis die Beziehung weitergeführt und sind zu sehr guten Freunden geworden. Sophie ist eine sehr offenherzige Person. Sie ist großzügig und verfügt über viel Energie - auch abseits der Kamera. Sie zieht die Leute in ihren Bann und hat mir auch bei meiner Entwicklung als Schauspielerin geholfen.
Wie würdest du dich selbst beschreiben?
Ich bin sehr spontan, zielstrebig – und auch etwas dickköpfig. Ich habe leider nicht sehr viel Selbstvertrauen. Ich liebe Kunst und bin ihr gegenüber sehr empfänglich. Daher möchte ich mein Leben in Kunstbereich verbringen. Ich möchte die Dinge, die ich fühle, durch die Kunst an andere weitergeben.
Ist dein privater Freundeskreis deiner Clique im Film ähnlich?
Nein, nicht unbedingt. Ich habe viele verschiedene Freundeskreise, die sich teilweise untereinander nicht mal kennen. Ich wechsle von einem Freundeskreis zum anderen. Außerdem ist die "Lola" aus dem Film noch im Gymnasium. Ich bin seit zwei Jahren aus der Schule raus. Das ändert die Perspektive total. Ich sehe die Welt jetzt ganz anders. Und ich muss zugeben, dass ich aus der Gymnasium - Zeit eigentlich keine Freunde mehr habe. Meine wirklich guten Freunde habe ich alle in den letzten zwei Jahren kennengelernt.