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Im Paradies ist es mies
Die Parallelen zwischen "All Inclusive" und "Nie wieder Sex mit der Ex" (2008, Regie: Nicolas Stoller) sind kaum zu leugnen – beide Filme haben die gleiche Hauptdarstellerin (Kristin Davis) und eine Südseeinsel wird zum Zufluchtsort vor der gescheiterten Beziehung. Dann wäre da noch ein Sunnyboy, der alle (weiblichen) Augen auf sich zieht. Und die vertrackten Hotelbediensteten haben auch noch Platz im jeweiligen Leinwanddebüt der beiden Regisseure. Doch so viel sei jetzt schon gesagt: An den Überraschungserfolg von 2008 kommt diese Beziehungskomödie nicht heran.
Gefangen in Eden
Vier befreundete Yuppie - Pärchen, von denen nur eines offenkundig ein Beziehungsproblem hat, begeben sich auf einen gemeinsamen Urlaub in die Südsee. Paartherapie – so lautet das Programm eines der Pärchen. Traumstrand und Cocktails – das der anderen drei. Auf Bora Bora angekommen merken sie jedoch, dass sie alle im Ressort Eden West gelandet sind, jenem Teil der Insel, der ausschließlich für Therapiezwecke reserviert ist. Spaß verboten. Ressortleiter Stanley (schön geleckt: Peter Serafinowicz) verbreitet fies grinsend die Atmosphäre eines Arbeitslagers. Als dieser auch noch verkündet, dass die Teilnahme am allmorgendlichen Therapieprogramm, geleitet von Marcel (köstlich: Jean Reno als europäischer Guru), für alle verpflichtend ist, gibt es keinen anderen Ausweg als zähneknirschende Hinnahme. Heimreise? Sicher nicht, denn es gibt ja noch Eden Ost, einen hermetisch abgeriegelten Teil der Insel, der den Singles zum Spaßhaben vorbehalten ist. Die Verlockung ist groß.
Männer lieben Baseball
Besagte Therapiesitzungen sind das Highlight des gesamten Films, da braucht es keine pompösen Sandstrände. Es reichen winzige Details, wie die farblich zusammenpassenden Kimonos der Klienten - Pärchen oder kleine Handbewegungen der Therapeuten, um klar zu machen, welche unentdeckten Probleme zu Tage gefördert werden können. Der notgeile Yogalehrer (Carlos Ponce) sorgt nebenbei für Ratlosigkeit bei den männlichen Protagonisten. Die Erkenntnis, dass Beziehungen und Familien komplexe Gebilde sind und tief greifende Probleme nicht in einer Woche Bora Bora glatt gebügelt werden können, kann den grauslich gezeichneten Charakteren auch nicht aus den Tiefen des Stereotypen - Sumpfes (Männer lieben Baseball) helfen. Die Bilder der sonnigen Ferieninsel machen gute Laune, aber um dem trüben Wetter zu entkommen, ist ein Besuch in der Münzkaribik vielleicht sogar nachhaltiger.
"All Inclusive"
Regie: Peter Billingsley
Darsteller: Vince Vaughn, Jason Bateman
Start: 6.11. (A) 5.11. (D)
Wertung: 4/10