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Der Knochenmann
Horvath ist verschwunden, und die letzten Leasing-Raten für seinen Wagen sind nicht bezahlt. Simon Brenner (Josef Hader) übernimmt unwillig von seinem alten Freund Berti (Simon Schwarz) den mickrigen Auftrag, Horvaths Leasingwagen zurückzubringen. Dabei macht er sich auf den langen Weg in die tiefe steirische Provinz: Ein Nachsendeauftrag führt direkt zum „Löschenkohl“, einer Backhendlstation von legendärem Ruf, geleitet vom gleichnamigen Notoriker (Josef Bierbichler).
Tausende Hühner müssen wöchentlich ihr Leben lassen, um hier, knusprig paniert, bis auf die Knochen abgenagt zu werden. Eine Knochenmaschine zermahlt die Hühnerreste zu Futtermehl für die nächste Generation Hendln: ein kannibalischer Kreislauf des Fressens und Gefressenwerdens also.
Zu Brenners Missfallen verschwindet die Karre Horvaths kurz nach seinem Besitzer. Doch seine detektivischen Fähigkeiten sind auch anderweitig gefragt: Der Wirten-Sohn will mit seiner Hilfe endlich herausfinden, was mit dem vielen Geld geschieht, das sein Vater wöchentlich aus dem Betrieb nimmt. Brenner kommt dieser zusätzliche Auftrag gerade recht, ist er doch im Begriff, sich in die fesche Birgit (Birgit Minichmayr blond!) zu verlieben, welche die Küchenchefin und Frau des Junior-Chefs ist.
Und verdreht, wie er von Birgit ist, lässt ihn sein Kopf beinahe im Stich. Dass sich ein Menschenknochen unter die Hühnergebeine mischt, bemerkt Brenner fast zu spät. Und während im Festsaal der Backhendlstation der Maskenball tobt und das ganze Dorf so richtig die Sau rauslässt, wird im Keller geliebt und gemordet.
Einmal mehr erweist sich Berti nicht nur als Brenners Haberer, sondern als sein Schutzengel, der gerade noch rechtzeitig auftaucht. Gemeinsam lüften sie das Geheimnis um den verlustig gegangenen Horvath – schaurig-pointen-
sprühende Abenteuer also für Brenner/Hader.
Der Soundtrack stammt zum dritten Mal von den Sofa Surfers. Der Haas’sche ’97er-Kriminalroman (Drehbuch Haas / Murnberger / Hader) wird bis in den März u. a. in Enzenreith am „Schrammelteich“ gedreht. Premiere hat „Der Knochenmann“ im August 2008 – das TBA wird selbstverständlich berichten.
Komm, süßer Tod (2000)
Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Wolf Haas aus 1998, der auch das Drehbuch schrieb, wurde mit der „Romy“ ausgezeichnet. Mit 231.000 Besuchern zählt er zu den erfolgreichsten österreichischen Kinofilmen. Der Ex-Polizist und gescheiterte Privatdetektiv Simon Brenner (Josef Hader) will eigentlich nur als Rettungssanitäter sein Geld verdienen. Zunächst können weder der Konkurrenzkampf rivalisierender Rettungsdienste noch ein mysteriöser Mord sein kriminalistisches Interesse wieder aufleben lassen. Doch die Hartnäckigkeit seines jungen Kollegen Berti (Simon Schwarz), das unverhoffte Auftauchen seiner Jugendfreundin Klara (Barbara Rudnik) und ein weiterer Mord – diesmal an einem Kollegen – ziehen Brenner in halsbrecherische Abenteuer.
Silentium (2004)
„Silentium“ ist die Fortsetzung von „Komm, süßer Tod“. Neben Josef Hader spielen u.a. Dirk Stermann einen Zuhälter, Christoph Schlingensief einen Opernregisseur bzw. sich selbst und die Erzählstimme stammt von Hermes (FM4). Der Schwiegersohn des Festspielpräsidenten ist tot – angeblich Selbstmord. Für die Kirche eine glückliche Fügung, hat doch der Tote erst vor Kurzem mit skandalträchtigen Erinnerungen an seine Jugend im Knabenkonvikt aufhorchen lassen. Brenner hat andere Sorgen, doch die attraktive Witwe des soeben Verblichenen macht ihm schöne Augen und ein finanziell verlockendes Angebot. Sie glaubt, dass ihr Mann ermordet wurde und Brenner soll es beweisen.