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The Bank Job: The Great Bank Robbery
Im Jahre 1971 sorgte der so genannte "Walkie-Talkie-Einbruch" in England für Aufsehen. Ein Londoner Amateurfunker empfing Walkie - Talkie - Gespräche, aus denen er schloss, dass gerade ein Bankraub im Gange sei. Scotland Yard wurde verständigt, konnte aber die zugehörige Bank, die Londoner Lloyd´s Bank, erst ausfindig machen, als sie bereits um 500.000 Pfund erleichtert worden war.
Die Berichterstattung in den Medien des Landes dauerte aber nur vier Tage an, danach wurde sie aus Gründen der nationalen Sicherheit unterbunden. Es wurde gemunkelt, dass sowohl das englische Königshaus als auch hochrangige Regierungsmitglieder, die Polizei und der Geheimdienst in den Fall verstrickt seien. Die genauen Hintergründe der Tat blieben bis heute unaufgeklärt.
Der australische Regisseur Roger Donaldson ("Species", "Dante´s Peak") hat sich nun dieses Stoffes angenommen und die spärlichen Fakten mit spekulativen Hintergründen und einer Reihe fiktionaler Charaktere aufgepeppt. Um an pikante Fotos eines hochrangigen Mitglieds des britischen Königshauses zu kommen, die sich in einem Schließfach der Londoner Lloyd´s Bank befinden, veranlasst der britische Geheimdienst einen Einbruch in jene Bank. Das soeben mit Drogen erwischte Ex-Model Martine soll, um einer Verhaftung zu entgehen, zu diesem Zweck ihre vermeintlichen Kontakte zur Londoner Unterwelt nutzen und den Bankraub organisieren. Martine wendet sich an einen alten Jugendfreund, den Gebrauchtwagenhändler Terry, der bei zwielichtigen Gestalten in der Kreide steht und etwas Kleingeld gut gebrauchen kann.
Terry trommelt ein paar Freunde zusammen, und ein Plan wird entwickelt. Ein Geschäft in der Nähe der Bank soll angemietet und von dort aus ein Tunnel bis unter den Tresorraum gegraben werden. Alles scheint perfekt zu klappen. Doch der Bankraub gleicht einem Stich ins Wespennest, lagern in den Schließfächern doch neben Geld, Juwelen und besagten Fotos noch andere brisante Dinge. Und deren Besitzer versuchen unter allen Umständen zu vermeiden, dass diese irgendwie an die Öffentlichkeit gelangen.
Regisseur Donaldson richtet sein Hauptaugenmerk auf die Planung und Durchführung sowie die Auswirkungen des Coups, wobei seine Sympathien ganz klar bei den Bankräubern liegen. Damit ist er dem klassischen Caper-Movie, im Stil etwa von Alexander Mackendricks "Ladykillers" oder aktueller Stephen Soderberghs "Ocean´s Eleven", näher als dem Genre des Polit-Thrillers, zu dem der Stoff ja auch durchaus Potenzial gehabt hätte. Indem er eine Vielzahl an unterschiedlichsten, leicht skurrilen Charakteren ins Spiel bringt und immer wieder die Perspektive ändert, erinnert der Film auch an die schwarzhumorigen, britischen Gaunerkomödien eines Guy Ritchie ("Snatch").
Im Laufe der Handlung kokettiert "The Bank Job" aber immer mehr mit dem Actionfilm, womit der Film etwas von seinem Charme einbüßt. Bleibt in Summe ein leichtfüßiges, großteils doch ebenso spannendes wie amüsantes Caper-Movie im schicken 70ies-Look – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Regie: Roger Donaldson
Darsteller: Jason Statham, Saffron Burrows, Stephen Campbell Moore
Verleih: Luna
Start: 20. Juni 200