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Indiana Jones 4: Die Rückkehr des Brusthaares
Der Archäologen-Stand verdankt Lucas/Spielberg das Fortbestehen, und die Frauen stehen seit 1981 (Raiders of the Lost Ark) auf Männer, die 1. wie Harrison Ford aussehen 2. das Abenteuer suchen. Und 3. stolz auf ihre Brustbehaarung sind. Harrisons Brusthaar machte gleichsam das offene Hemd und die Nicht-Rasur gesellschaftsfähig. Danke, Harrison!
Auch über das Tragen von Lederkluft und Fedora (weicher Filzhut) freuen sich die Männer, und die Damen sowieso. Harrisons Brusthaar ermöglichte also auch den kleinen, lieben, verschmitzt dreinschauenden Jungs einen vaginamäßigen Anschluss: "Der Jäger des verlorenen Schatzes" blies gewissermaßen zur Treibjagd auf die Disco-Hasen.
Fast zwei Jahrzehnte nach dem letzten Kreuzzug geben sich die alten Movie Buddies Steven Spielberg (Regie) und George Lucas (Produktion) abermals ein konspiratives Stelldichein. (Wie kann man sich eigentlich einen Gipfel dieser Film-Giganten vorstellen? Trinken sie Bier?) "This is a recreational activity for me," untertreibt Spielberg. Das ist sicher das Letzte, was man von Monsieur le Directeur eines wirklich großen und teuren (125 Mio. US-Dollar) Filmes zu hören erwartet.
Gleich rein in die Handlung von "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" (Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull): Indy ist 1957 mitten im Kalten Krieg gestrandet. Die Bösewichte sind dieses Mal also die Russen, die ihn gleich eingangs auf ein Militärgelände in der Wüste Nevadas zerren, wo er gezwungen wird, der zackig-unterkühlten Sowjetagentin Irina Spalko (Cate Blanchett, "I‘m Not There") bei der Besorgung eines so ungewöhnlichen wie besonderen Artefakts zu helfen.
Indy kann zwar nicht verhindern, dass die Russki-Truppe mit ihrer Roswell-Kiste entkommt, überlebt allerdings einen Atombomben-Testversuch. Aufgrund des Feindkontaktes verdächtig, verliert Dr. Jones sodann seinen Zivilberuf als Uni-Professor und darf wieder im Dschungel seinen Abenteuern nachjagen.
Hierzu wird er von einem jungen Mann (Shia LaBoeuf, "Transformers") aufgesucht, der sich als Mutt Williams vorstellt und sich wie ein Zwitter aus Elvis Presley und Marlon Brando geriert. Mit der Verlockung, einen jener sagenumwobenen Kristallschädel von Akator zu finden, überredet er den Archäologen, mit ihm seiner Mutter Marion in Südamerika nachzuspüren. In Peru treffen sie auf Marion Williams (Karen Allen, "Raiders of the Lost Ark"), die Indy noch bestens unter ihrem Mädchennamen Ravenwood aus Teil Eins der Saga kennt.
Wer ist jetzt überrascht? Natürlich wollen auch die Russen mitmischen! Wer oder was verbirgt sich hinter dem Kristallschädel? Der Drehbuchautor David Koepp (Jurassic Park) nimmt Anleihen bei der verschwurbelten Esoterik von Erich von Däniken (Außerirdische gaben uns Kultur), und irgendwie rettet Indy am Schluss auch die Menschheit. Man muss Steven Spielberg schon recht geben: Es lässt sich schwer über seinen neuen "Indiana Jones"-Film schreiben, ohne potenziellen Zuschauern den Spaß zu verderben.
Freilich ist Spielbergs Spektakel natürlich auch eine Schatztruhe voller Anspielungen, sei es auf frühere Teile der Serie oder auf die Zeit- und vor allem Filmgeschichte. Zu Elvis Presleys »Hound Dog« geht es gleich los mit einer Hommage an das Autorennen in "American Graffiti" (1973) von George Lucas, und Shia LaBoeuf drängt sich wenig später Indy in Marlon Brandos Biker-Outfit aus "The Wild One" (1953) auf. Im Kristallschädel steckt viel Liebe zum Genrekino der 50er-Jahre, zu dessen Science-Fiction- und Spionage-Schockern vor allem.
Eigentlich hat ja George Lucas die Basis-Idee von Indiana Jones geträumt. Vor der Welt-Premiere des vierten Teils in Cannes sagte er sinngemäß, dass er wisse, dass die Kritiker diesen Film hassen werden und dass die Fans aufgebracht sein werden: "Da muss man sich einfach für die Pflastersteine und Sahnetorten bereitmachen, die in unsere Richtung fliegen werden." Von einer Tortung Lucas‘ auf der Croisette wurde aber naturgemäß Abstand genommen. Ich meine, die "Pâtissiers sans Frontières" sollten vielmehr den griesgrämigen Film-Kritikern ein Croissant sonstwohin stecken!
Kleines Anekdötchen zu guter Letzt: Eigentlich war Harrison Ford nur die zweite Wahl, Spielbergs Nummer Eins – Tom Selleck – musste absagen: Der "Magnum"-Dreh verunmöglichte ihn als Indy. (Aber wäre Toms Brusthaar nicht ohnedies nur Indys Proll-Variante gewesen? Das indiziert zumindest auch seine Rotzbremse.) Harrison Ford(s Brusthaar) ist Punk Rock! Nicht umsonst boomt der Handel mit Brusthaar-Toupets.
Indys Adventures
Jäger des verlorenen Schatzes (1981)
Der angesehene Archäologe und Experte im Okkulten, Dr. Indiana Jones, wird von der US-Regierung beauftragt, die Bundeslade zu finden – in ihr sollen sich noch immer die Zehn Gebote befinden. Unglücklicherweise wollen das auch Hitlers Schergen. Indy und seine Ex-Flamme Marion flüchten die zahlreichen Gefahren von Nepal nach Kairo.
Indiana Jones und der Tempel des Todes (1984)
Indy haut sich mit einem Night Club-Sänger und einem 12-jährigen (Short Round) auf ein Packerl. Sie enden in einem indischen Dorf, wo die Menschen glauben, böse Kräfte hätten ihre Kinder von ihnen genommen, nachdem ein heiliger Stein gestohlen wurde.
… und der letzte Kreuzzug (1989)
Gemeinsam mit seinem Vater (Sean Connery) sucht Indiana Jones den "Heiligen Gral". Abermals haben die Nazis dieselbe Idee.