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So killing, oh Mandy!
Wenn Mandy Lane (Amber Heard) den Highschool - Korridor betritt, dann verlangsamt sich der Weltenlauf. In Zeitlupe scheint die Blondine über den Boden zu schweben. Die Hosen der jungen Männer beginnen zu spannen und auch die Mädchen werfen ihr bewundernde Blicke zu. Der Titel des Films ist Programm. Alle Jungs sind verrückt nach Mandy Lane, dem ultimativen Klischee eines feuchten Bubentraums.
Doch Mandy will aus unerfindlichen Gründen keinen an sich ran lassen. Das Werben um Mandy geht sogar so weit, dass sich ein betrunkener Verehrer beim Versuch sie zu beeindrucken vom Dach des elterlichen Hauses zu Tode stürzt, weil der Pool dann doch weiter weg war als erwartet.
Neun Monate nach diesem traumatischen Ereignis lässt sich Mandy von einer kleinen Clique, bestehend aus drei Jungs und zwei Mädchen, zu einem gemeinsamen Wochenendtrip ins texanische Hinterland überreden. Dort soll in einem leer stehenden Farmhaus ordentlich Party gefeiert werden, wobei die Jungs insgeheim hoffen, dass Mandy Lane unter Alkohol- und Drogeneinfluss vielleicht doch ihre Hemmungen fallen lässt. Das sieht wiederum ein heimlicher Verehrer von Mandy gar nicht gern, was zur Folge hat, dass sich die Jugendlichen nacheinander ziemlich endgültig von der Party verabschieden müssen.
Regisseur Levine liefert mit seinem Spielfilmdebüt einen kompakten kleinen Slasher-Film ab, indem er die bekannten Ingredienzien neu mischt und mit allerlei Zitaten, Klischees und viel Ironie versetzt. Unter der gleißenden Sonne von Texas, zwischen riesigen Heuballen auf ausgedörrten Wiesen und zur Ruhe gekommenen Windrädern, werden Erinnerungen an blutrünstige Hillbillies wach, die in den 70ern nur darauf gewartet haben, dass sich Teenager in ihre Domäne verirren um sie dann... Aber nein, derartige Erwartungshaltungen werden von Levine bewusst unterlaufen. In der ersten Hälfte des Films passiert eigentlich nicht viel – außer Sex, Drugs and Gitarrengeklimper.
Levine setzt dabei auf eine sehr stylishe Bildsprache. In grobkörnigen, farblich verfremdeten, teilweise in Zeitlupe ablaufenden und mit cooler Musik (Bedroom Walls, The Earlies) unterlegten Bildern ergeht sich der Film im Beobachten der Teenager an der Highschool, beim Abhängen und Feiern, was den Eindruck eines überlangen Werbeclips evoziert. Erst wenn es Nacht wird am Land ist Schluss mit lustig. Dann nimmt das Grauen seinen Lauf. Als Reminiszenz an die Slasher-Movies der 80er Jahre geht das dann auch sehr fix und konsequent vonstatten.
Die Identität des Schlächters ist relativ schnell klar, was aber der Lust am Sehen keinen Abbruch tut, denn am Ende erwartet den Zuschauer noch ein genialer Plot-Twist, der das Gesehene in einem neuen Licht erscheinen lässt. Obwohl „All the Boys Love Mandy Lane“ den Teenager-Slasher keineswegs revolutioniert, werden Liebhaber des Genres, trotz erstaunlich wenig Blutvergießens, ihre Freude haben.
Regie: Jonathan Levine
Darsteller: Amber Heard, Anson Mount, Michael Welch
Verleih: Senator
Start: 1. August 2008