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The Dark Knight: A Knight's Tale
"You complete me", meint der Joker an einer Stelle von "The Dark Knight" zu Batman. So wie der Joker durch den dunklen Ritter wächst, sein destruktiver Ehrgeiz erst durch ihn so richtig angestachelt wird, wächst der gesamte Film mit Ledgers Verkörperung des dauergrinsenden Superschurken. Der im Jänner dieses Jahres mit 28 Jahren an einer Medikamentenüberdosis verstorbene Schauspieler gibt den Bösewicht in seiner letzten Rolle mit einer diabolischen Intensität, die man gesehen haben muss. Sein tragischer Tod verleiht seiner furchteinflößenden Erscheinung eine zusätzliche Aura und ist, ohne Ledgers Leistung schmälern zu wollen, am ungeheuren Erfolg des Films wohl nicht ganz unbeteiligt.
"Batman Begins", der die Superheldenwerdung Bruce Wayne schilderte, endete mit dem Auftauchen der Visitenkarte des Jokers. Hier setzt "The Dark Knight" nun an. Batman und Commissioner Gordon haben den Kampf gegen das Verbrechen in Gotham City aufgenommen. Unterstützt werden sie dabei von Staatsanwalt Harvey Dent. Doch der Kampf gegen das Böse gebiert neue Ungeheuer. Von allen Bösewichten, die sich in der Stadt herumtreiben, sticht ein besonders Unberechenbarer hervor: der Joker. Ihm geht es nicht um Macht oder Geld, sondern um die anarchische Lust am Chaos und der Zerstörung. Der Joker fordert Batman heraus: Entweder der Fledermausmann enthüllt seine wahre Identität oder es werden Unschuldige sterben.
Der von Bob Kane für DC Comics kreierte Superheld Batman traf schon in der ersten Ausgabe 1940 auf seinen Erzfeind, den Joker. Dieser meuchelte mit einem Nervengas, das auf dem Antlitz seiner Opfer ein irres Grinsen hinterließ. Bald wurde der Joker aber als alberner Spaßvogel abgetan, so wie die Batman-Comics generell harmloser wurden. 1986 nahm sich der damals noch unbekannte Frank Miller ("Sin City") des Mannes im Fledermauskostüm an, indem er den Helden als dunklen, zerrissenen Charakter deutete.
Auch Tim Burtons expressionistischer "Batman" von 1989, in dem Jack Nicholson den Joker als hedonistischen Psychopathen gab, besann sich wieder der düsteren Comics Bob Kanes. Burtons Sequel "Batman Returns" folgten mit "Batman Forever" und "Batman & Robin" zwei popcornbunte Adaptionen durch Joel Schumacher. 2005 nahm Christopher Nolan ("Memento") schließlich wieder die dunklen Aspekte der Riesenfledermaus auf und ging mit "Batman Begins" weg vom überdrehten Superheldenfilm in Richtung düsterer Realismus. Einen Weg, den er mit "The Dark Knight" nun fortsetzt.
Bis es zum finalen Kampf der Antipoden kommt, lotet Nolan ein weiteres Mal virtuos die Grenzen des Genres aus. Es gelingt ihm, ein psychologisches Drama mit politischer Brisanz – Terrorismus und der "War Against Terror" werden verhandelt – in einen mit atemberaubenden Action-Sequenzen und Special-Effects ausgestatteten Blockbuster zu verpacken. Mit "The Dark Knight" ist das Genre des gerade florierenden Superheldenfilms am Höhepunkt angelangt, während sein zerrissener Held einen persönlichen Tiefpunkt erlebt.
Regie: Christopher Nolan
Darsteller: Christian Bale, Heath Ledger, Maggie Gyllenhaal
Verleih: Warner Bros.
Start: 21. August 2008