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Interview mit Tom Schilling
Siehst du deine Zukunft eher im Filmbereich oder wärst du auch fürs Theater offen?
Ich bin für das Theater total offen. Es ergibt sich im Moment nur nicht. Da müsste schon jemand mit einem Angebot kommen. Ich würde sicher nicht die Theater in Deutschland, oder wo auch immer anrufen und fragen, ob ich mitspielen darf. So etwas muss sich ergeben, gerade wenn man keine Schauspielausbildung hat. Aber vielleicht kommt das ja noch.
Stichwort "keine klassische Schauspielausbildung". War das auch ein Zufall, dass du entdeckt wurdest, als du noch ganz jung warst?
Schon auch ein Zufall, aber ich muss schon sagen, dass meine Mutter die Frau war, die meinte, gesehen zu haben, dass ich ein schauspielerisches Talent habe, weil ich mich zuhause immer verstellt habe und sonstige Faxen gemacht habe. Also, da ist sie mit mir, als ich so sechs Jahre alt war – das war noch in der ehemaligen DDR –, wegen einer Zeitungsannonce zu einem Casting gegangen und dann habe ich meinen ersten Auftritt in einem Film gehabt. Nachher gab es eine längere Pause, bis eines Tages an unsere Schule ein Theaterregisseur kam, der für ein renommiertes Haus, das BE (Berliner Ensemble), ein Stück mit Kindern inszenieren wollte. Da habe ich mich dann zum Casting gemeldet. Was ich aber auch nicht gemacht hätte, wenn ich nicht schon vorher etwas beim Film gemacht hätte, auch wenn ich da nur ein bisschen durch die Gegend geguckt habe und zwei Sätze gesagt habe. Ich hatte damals auch noch nicht den Wunsch Schauspieler zu werden. Das hat sich erst geformt, als ich mehrere Filme gemacht hatte.
Du hast gesagt, die Anfänge waren noch zu DDR-Zeiten. Kannst du dich noch erinnern, ob Kultur da gefühlsmäßig mehr gefördert worden ist als heute?
Da kann ich nichts dazu sagen, denn da war ich noch zu jung. Aber es gab da schon zwei Pole. Auf der einen Seite wurde zwar gefördert, aber dafür auch zensiert. Da ist mir die freie Welt schon lieber: Lieber die Kunst nicht fördern, als die Kunst zu zensieren.