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Interview mit den Coen-Brüdern
Was findet Ihr so anziehend an Idioten?
Ethan Coen: Sie sind gutes Material für Geschichten. Man will einfach, dass alles schief läuft.
Wie entwickelt Ihr diese Figuren?
Joel Coen: Wir haben damit begonnen, dass wir uns für bestimmte Schauspieler bestimmte Rollen ausgedacht haben.
Haben Sie schon einmal so gearbeitet?
EC: In diesem Ausmaß nicht.
Ihre Figuren wie ihre Filme sind oftmals absurd. Glauben Sie persönlich an einen Sinn des Lebens?
EC: Ich habe Philosophie studiert, damals gab es einen Kurs "Der Sinn des Lebens". Ich habe ihn nicht belegt.
Also teilen Sie die Ansichten ihrer Filme?
EC: Wenn alles Sinn ergibt und kohärent und ordentlich ist, wo ist denn dann die Geschichte?
Hat sich Ihre Einstellung zum Filmemachen über die Jahre hinweg geändert?
EC: Als Teenager haben wir nur herumgeblödelt, wir hatten natürlich keinen Zugang zum Equipment.
Sonst ist alles dasselbe? Geht Ihr euch nie auf die Nerven?
JC: Wir arbeiten jetzt seit 25 Jahren gemeinsam.
EC: Und es ist langweilig.
JC: Ist es. Aber so arbeiten wir eben.
Die Figuren im Film gehen durch eine Midlife-Krise. Sagt uns das etwas über Sie selbst?
JC: Keine Ahnung. Das ist Ihr Job.
Das ist nicht mein Job.
JC: Ist es doch. Wir haben den Film gedreht und Sie schlussfolgern das daraus.
Sind Sie grundsätzlich mehr an der Konstruktion oder an der Geschichte interessiert? "Burn After Reading" ist sehr gut konstruiert, aber ihm fehlt die Menschlichkeit.
EC: Joel will es so. Ich hätte gern mehr Menschlichkeit in den Filmen. Spaß beiseite: Für mich sind sie sehr menschlich, aber nicht sentimental. Was die eine Person sentimental findet, findet die andere menschlich.
Ich spreche aber nicht von Sentimentalität.
EC: Sie können den Film in ihren Begriffen beschreiben, ich glaube nicht, dass das die Begriffe sind, die wir verwenden würden, wir würden nicht einmal notwendigerweise mit Ihrem Verständnis des Films übereinstimmen. Jeder unserer Filme hat eine andere Geschmacksrichtung. Dieses Label, ob ein Film menschlicher ist als der andere, das verwirrt mich.
Was Sie mit Ihnen anstellen, wie Sie sie vorführen ist aber stellenweise äußerst zynisch. Wo zieht man da die Grenze?
EC: Keine Ahnung. Ich weiß nicht mal was zynisch bedeuten soll.
Wissen Sie nicht?
Die letzte Frage blieb leider unbeantwortet, weil Markus Keuschnigg von der PR - Dame aus dem Zimmer komplimentiert wurde.