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Watchmen
1986/87 erschienen, erlangte die 12 - teilige DC - Comic - Serie "Watchmen" von Alan Moore (Text) und Dave Gibbons (Illustrationen) bald Kultstatus. Bereits in den späten 80er -Jahren wurde über eine Verfilmung nachgedacht, doch sowohl Terry Gilliam als auch später Darren Aronofsky sprangen als Regisseure letztlich wieder ab. Alan Moore, der die bisherigen Adaptionen seiner Comics ("From Hell", "V wie Vendetta", "Liga der außergewöhnlichen Gentlemen") allesamt enttäuschend findet, hat sich bereits vorab von Zack Snyders Verfilmung distanziert.
Angesiedelt im Jahre 1985 in einem fiktiven Amerika - der Vietnamkrieg wurde gewonnen, Nixon ist noch Präsident und der kalte Krieg steuert einem Höhepunkt zu - sind Superhelden verboten. Die ersten maskierten Verbrecherjäger traten, durch die Superman - Comics angeregt, in den 30er-Jahren, ohne mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet zu sein, auf den Plan. Eine zweite Generation bediente sich in den 60ern neuer technischer Errungenschaften, sah sich aber bald mit Selbstjustiz-Vorwürfen konfrontiert, weshalb Superhelden von der Regierung verboten wurden. Doch einige gingen im Untergrund weiter ihrer Tätigkeit nach, wie der maskierte Rächer Rorschach, der nach der Ermordung seines ehemaligen Kollegen Comedian einer Verschwörung auf die Spur kommt und daraufhin die ehemaligen Mitglieder der Superhelden - Liga aus der Pension zurückholt, um nochmals gemeinsam in Aktion zu treten.
Alan Moores mehrfach preisgekrönte Graphic Novel überzeugt durch ein komplexes apokalyptisches Szenario, das eingebettet in ein alternatives Amerika eine Dekonstruktion des klassischen Superhelden vornimmt. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Die "Watchmen" sind ambivalente, teils zwielichtige Charaktere, mit einem zweifelhaften Moralbegriff, die durchwegs nicht als Identifikationsfiguren taugen. Man darf gespannt sein, wie Regisseur Snyder, der zuletzt mit seiner Adaption des Frank - Miller - Comics "300" polarisierte, diesen Meilenstein der Comic - Literatur umsetzt.