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The Boat of Love
Wir schreiben das Jahr 1966. Die Beatles veröffentlichen »Revolver«, die Rolling Stones »Aftermath« und die Kinks »Face to Face«. Doch der staatliche britische Rundfunk, die BBC, hat sich ganz der Hochkultur verschrieben und ignoriert Pop- und Rockmusik konsequent. Gerade einmal zwei Stunden pro Woche wird dem Rock ’n’Roll im öffentlich-rechtlichen Radio gewidmet.
Private Radiostationen sind in den 60er-Jahren in Großbritannien verboten. »Radio Rock Revolution« erzählt vom »United Kingdom Pirate Radio Movement«, einer Bewegung, die im England der Sixties ein legales Hintertürchen nutzt, um Popmusik zu senden. Die Musikpiraten befinden sich noch nicht im Internet, sondern auf hoher See, da damals drei Meilen vor der Küste auf Schiffen das Recht derjenigen Nation gilt, unter deren Flagge sie unterwegs sind. »Radio Rock Revolution« (im Original: »The Boat That Rocked«) erzählt von einem fiktiven britischen Piratensender in den 60ern, dem »Radio Rock«.
Der Rock ’n’ Roll ist die große Leidenschaft der acht DJs, die beim Piratensender »Radio Rock« ihre Musik über den Äther schicken.
Um sich dem Zugriff der britischen Behörden zu entziehen, sendet man von einem alten Fischdampfer mitten in der Nordsee aus. An den Turntables betätigen sich u. a. Philip Seymour Hoffman, Rhys Ifans (»Notting Hill«), Nick Frost (»Hot Fuzz«) oder Rhys Darby (bekannt als Band-Manager Murray aus der wunderbaren TV-Serie »Flight of the Conchords«) als Angus »The Nut« Nutsford. Bill Nighy (zuletzt in »Underworld – Aufstand der Lykaner«) mimt den unkonventionellen Boss des Radio-Senders, der ein Auge auf seinen Patensohn Carl (Tom Sturridge) werfen soll. Dieser jedoch entdeckt auf dem »Boot der Liebe« die Freuden von Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll.
Während Kenneth Branagh als Regierungsvertreter Jagd auf die Musik-Piraten macht, wird die Fan-Gemeinde des frechen Radiosenders immer größer. Als Vorbild diente der bekannteste britische Piratensender Radio Caroline, der im Jahre 1964 außerhalb der britischen Hoheitsgewässer mit »Not Fade Away« von den Stones on air ging. Bands wie The Who und Status Quo wurden durch Radio Caroline bekannt. Im selben Jahr ging auch der Piratensender Wonderful Radio London, auch »Big L« genannt, von einem Schiff aus auf Sendung. Radio-Legende John Peel war als DJ bei »Big L« tätig, bevor er bei der BBC begann.
Der Jugendsender BBC 1 startete 1967 – laut John Peel eine Reaktion der britischen Regierung auf die Protestwelle, die auf die Schließung der Piratensender durch den Marine Broadcasting Offences Act folgte. Radio Caroline sendete aber unbeirrt auf See weiter und besitzt seit 1990 eine offizielle Sendelizenz. Inszeniert wurde die schwungvolle Komödie, die mit viel großartiger Musik aus den Sixties aufwarten kann, von Richard Curtis, Regisseur der episodischen Romantic Comedy »Tatsächlich Liebe« und Autor von »Vier Hochzeiten und ein Todesfall« und »Notting Hill«.
Regie Richard Curtis
Darsteller Philip Seymour Hoffman, Bill Nighy, Gemma Arterton
Start 17.04. (A) 16.04. (D)

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