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Californication light
Schon in den 60er - Jahren verschlug es Barry Levinson nach Los Angeles, wo er anfangs fürs Fernsehen, später auch fürs Kino als Drehbuchautor tätig wurde. 1982 legte er mit der Tragikomödie "Diner" ein beeindruckendes Regie - Debüt vor. Seine größten Erfolge feierte Levinson Ende der 80er - Jahre mit "Good Morning, Vietnam" und "Rain Man", der mit vier Oscars bedacht wurde.
Der Mann weiß also, wovon er spricht, wenn er nun mit "Inside Hollywood" einen satirischen Blick hinter die Fassaden der Traumschmiede wirft. Der Film basiert auf dem autobiografischen Bestseller "What Just Happened? Bitter Hollywood Tales From The Frontline" des Produzenten Art Linson ("Fight Club", "Into the Wild"), der auch für Drehbuch und Produktion verantwortlich zeichnet, und erzählt zwei Wochen aus dem hektischen Leben des erfolgreichen Filmproduzenten Ben. In der Hauptrolle agiert gewohnt souverän Robert De Niro, der schon in Levinsons Rachedrama "Sleepers" und in dessen Polit - Satire "Wag the Dog" brillierte. Hollywood - Stars wie Bruce Willis und Sean Penn spielen sich selbst.
Während Ben, das Telefon ständig am Ohr, von einem Termin zum nächsten hastet, bereiten ihm sowohl private als auch berufliche Probleme Kopfzerbrechen. Sein eben fertiggestellter Film, der demnächst bei den Filmfestspielen von Cannes seine Premiere feiern soll, ist soeben bei einem Testscreening durchgefallen. Dass da am Ende nicht der Hauptdarsteller (Sean Penn), sondern sein Hund kaltblütig erschossen wird, kommt beim Publikum überhaupt nicht gut an.
Die Chefin des Filmstudios (herrlich kühl: Catherine Keener) besteht darauf, das Ende umzuschneiden, wogegen sich der cholerische britische Regisseur
heftigst wehrt. Zum anderen wackelt Bens neuestes Filmprojekt, da seine Geldgeber abzuspringen drohen, sollte sich Hauptdarsteller Bruce Willis nicht seinen Waldschratbart abrasieren. Dazu kommen Troubles mit Noch - Ehefrau Kelly (Robin Wright Penn), mit der Ben in überteuerten Paartherapie - Sitzungen gerade einen Schlussstrich unter die gemeinsame Ehe zu ziehen versucht, (den er eigentlich gar nicht möchte), und mit seiner 16 - jährigen Tochter aus erster Ehe.
Traumfabrik revisited
Indem "Inside Hollywood" vergnügliche, höchst unglamouröse Einblicke ins Innere der Traumfabrik bietet, legt der Film die Machtmechanismen in der Welt der Reichen und Schönen, in der sich alles nur ums Geld dreht, offen. Regisseur Levinson betont, sein Film sei nicht satirisch überspitzt, sondern komme der Realität sehr nahe. Auch bei "Rain Man" seien die Studiobosse mit dem Ende keineswegs einverstanden gewesen und hätten ein Umschneiden des Films bevorzugt. "Inside Hollywood" erinnert an die wunderbar schwarzhumorige TV - Serie "Californication", in der sich David Duchovny als zynischer, an einer Schreibblockade und der Trennung von seiner Frau laborierender Schriftsteller Hank Moody durchs sonnige L.A. säuft, kokst und vögelt. Levinsons Abrechnung mit Hollywood gerät um einiges milder. An manchen Stellen hätte man sich doch etwas mehr an satirischer Schärfe und bösem Witz gewünscht.
"Inside Hollywood"
Regie: Barry Levinson
Darsteller: Robert De Niro, Catherine Keener, u.a.
Start: 05.06. (A) 26.03. (D)