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Wir sind Brüno
Der Erfolg des österreichischen Films geht weiter. Nach einem Oscar für "Die Fälscher", einer Oscar - Nominierung für "Revanche" und der Goldenen Palme für Michael Haneke bekommt nun Brüno, Modereporter des ORJF (Österreichischer Jungen Rundfunk), einen eigenen Kinofilm. Der Reporter in den engen Trachten-Hotpants, der auch als Teilzeitmodel jobbt, ist eine Kreation des englischen Komikers Sacha Baron Cohen, der schon mit Ali G und Borat zwei seiner extravaganten Charaktere auf die große Leinwand brachte. Regie führte Larry Charles. In die Figur des Brüno ließ Baron Cohen Erfahrungen aus seinen eigenen Model - Versuchen und einem einjährigen Wien - Aufenthalt einfließen.
Der englische Daily Mirror meinte gar, Alfons Haider als Vorbild auszumachen. Brüno macht sich auf, um die Welt zu erobern und sie ins Chaos zu stürzen. Sein Weg führt ihn zur Mailänder Modewoche, wo er sich sogleich wirkungsvoll ins Rampenlicht drängt. Er besucht eine Swinger - Party, sitzt mit echten Kerlen am Lagerfeuer und plaudert über "Sex and the City". Interviews mit ehemaligen Mossad - Agenten und texanischen Politikern stehen ebenfalls auf der Tagesordnung. Und wie jeder Celebrity, der etwas auf sich hält, adoptiert auch er ein afrikanisches Baby.
Sacha Baron Cohens Späße sind politisch inkorrekt und tief unter der Gürtellinie. Durch seine provozierenden Interviews und Aktionen gelingt es ihm aber immer wieder Ressentiments und Bigotterie, Intoleranz und Kleinkariertheit freizulegen. Bei den MTV Movie Awards vergraulte Brüno Eminem, indem er ihm den Allerwertesten ins Gesicht streckte. In den USA ist der Film in den Kinos erst ab 18 Jahren freigegeben und der österreichische Boulevard erachtet den Image - Schaden für das Land bereits als enorm. Der Erfolg von "Brüno" scheint also vorprogrammiert.