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Transformers: Die Roboter schlagen zurück
Regisseur Michael Bay lässt es wieder ordentlich krachen. Im zweiten Teil des Action-Blockbusters „Transformers – Die Rache“ haben es die bösen Decepticons abermals auf Sam Witwicky (Shia LaBeouf) abgesehen. Dieser hat blöderweise ein Stück des Allsparks berührt und wird nun von unangenehmen Visionen geplagt, auf die es die außerirdischen Roboter abgesehen haben. Was für ein Glück, dass Sam die edlen Autobots wieder zur Seite stehen.
Michael Bay gilt als sehr impulsiver Regisseur, der seinen Schauspielern am Set alles abverlangt. Wie war die Arbeit mit ihm?
Ramon Rodriguez: Man hört immer, er sei sehr schroff und schreie die ganze Zeit, und dass er verrückt und chaotisch sei. Das meiste davon ist wahr. Er ist wirklich verrückt, aber er hat auch einen großen Sinn für Humor, was gut für meinen Charakter war, da ich einige komische Szenen habe. Dabei war er offen für Input. Shia LaBeouf und ich improvisierten viel.
Tyrese Gibson: Er ist sicherlich ein Verrückter, aber auf eine gute Art und Weise. Bei ihm passiert alles sehr schnell, sodass man sich stets am Limit bewegt.
Josh Duhamel: Michael Bay hat endlos viel Energie und weiß genau, was er will. Er hat alles in seinem Kopf und genau so macht er es dann auch. Er ist wie ein Puppenspieler.
Tyrese, du warst letztes Jahr in Paul W. S. Andersons „Death Race“ als Machine Gun Joe der Widersacher von Jason Statham. Anderson meinte damals im Interview, er wollte keinen Michael-Bay-Film, der vor CGI-Effekten strotze, machen. Wie unterschied sich die Arbeit zu „Transformers“ von jener zu “Death Race“?
Tyrese Gibson: Ja, in dem Film war ich wirklich böse. Wenn ich auf der Straße ging, schauten mich die Leute immer ganz ängstlich an und flüsterten sich zu: „Ist das nicht der Kerl aus „Death Race?“ Der Unterschied bei den Dreharbeiten war, dass uns Michael Bay erlaubte, viel mehr Actionszenen selbst zu machen. Man ist selbst bei vielen Explosionen dabei. Da gibt es jene Sequenz, wo wir zu viert laufen und hinter uns gibt es diese riesige Explosion und wir fallen in Zeitlupe zu Boden. Das passierte wirklich, das war eine reale Explosion. Es war verrückt. 14 Kameras wurden benötigt und wir hatten nur einen Take. In „Death Race“ stiegen wir zwar in unsere Gefährte, aber Paul ließ uns nicht zu wild sein, dafür waren die Stunt-Driver da. Bei den Dreharbeiten zu „Transformers“ sagte Michael Bay: „Steigt ein, macht es, es gibt keine Stunt-Doubles.“ Und so machten wir es. Und ich liebte es.“
Das klingt sehr gefährlich. Wie geht man mit dieser Gefahr um?
Tyrese Gibson: Es war sehr gefährlich, aber Michael hat bei den Explosionen, Action-Szenen und Special Effects die besten Leute der Branche. An der Stelle, als der Helikopter runter kam, fühlte ich mich das erste Mal in Gefahr. Alles um uns herum war schwarz und ich konnte nicht atmen. Das war verrückt. Ansonsten fühlte ich mich nie in Gefahr. Es wurde uns immer genau erklärt: „Da ist der Roboter, da findet die Explosion statt. Geh nicht da rüber! Bleib weg davon!“
Ramon Rodriguez: Es war Wahnsinn. Michael Bay platzierte einen wirklich gefährlich knapp bei den Explosionen, damit es real aussähe. Die meisten Stunts machten wir tatsächlich selbst, das war schon sehr Furcht erregend. In der Devastator-Szene flogen tatsächlich zwei Autos über meinen Kopf - das passierte wirklich. Nun ist es meine Lieblingsszene. Dabei muss man seinem Regisseur unbedingt vertrauen können.
Lorenzo di Bonaventura: Wir haben viel Zeit in die Sicherheitsvorkehrungen investiert, gerade in den Endszenen, wo die Schauspieler durch richtige Explosionen laufen und richtige Flugzeuge über ihre Köpfe fliegen. Es war sehr chaotisch. Man beginnt die Vorbereitungen für derartige Szenen auf sehr komisch Weise. Man besorgt sich Spielzeugautos und Spielzeughäuser, baut alles auf einem großen Tisch auf und schaut sich das dann mal an. Danach begibt man sich zum Drehort, wo es darum geht zu sagen: „Steig da nicht hin und dort nicht hin!“
„Transformers - Die Rache“ ist in erster Linie ein riesiger Action-Blockbuster. Was hat der Film, abgesehen von der tollen Action, noch zu bieten bzw. gibt es da auch etwas, was uns „Transformers“ über die Gegenwart erzählen kann?
Josh Duhamel: Natürlich ist „Transformers“ Action pur. Der Film ist pures Entertainment. Da gibt es gute Filme und nicht so gute Filme und ich denke das hier ist ein guter. Der zweite Film sollte noch größer als der erste werden und ich denke, dass ist er auch. Michael Bay wird aber nie genug dafür gewürdigt, dass er es ausgezeichnet versteht, die Action mit einer guten Story zu verbinden. Auch sein Sinn für Humor wird selten gewürdigt. Michael versteht es witzige Filme zu machen. Ansonsten würde es sich um einen sehr eindimensionalen Action-Film handeln. Außerdem: Wenn es zwei Hunde miteinander machen, das ist doch immer komisch!
Ramon Rodriguez: Ich weiß nicht, ob uns der Film viel über die Gegenwart erzählen kann, aber ich liebe das Konzept der „Transformers“, die Möglichkeit sich in etwas anderes zu verwandeln, das finde ich cool. Außerdem geht es um Gut gegen Böse. Die Menschen arbeiten mit den Aliens gegen eine Bedrohung zusammen, das ist eine gute Sache.
Wie sah die Zusammenarbeit mit den Robotern konkret aus?
Josh Duhamel: Die Roboter wurden bei den Dreharbeiten von langen Stangen, die die Höhe markierten, und einem Ball oben drauf, der das Gesicht sein sollte, dargestellt. Wenn man mit ihnen sprach, kam die Antwort aus einer anderen Richtung. Es war eigenartig, nicht in die Richtung zu sprechen, aus der die Stimme kam. Mein Job war es, wie ein Soldat zu wirken und die Roboter so zu behandeln, als seien sie real. Die Figur des Captain Lennox ist aber sicher nicht meine Traumrolle, es war jedoch ein großer Spaß und es ermöglicht mir bei Projekten mitzuarbeiten, die mir sehr am Herzen liegen.
Die „Transformer“-Filme basieren auf den Spielzeug-Action-Figuren von Hasbro aus den 80er-Jahren. Daneben gab es auch Comics und eine TV-Zeichentrickserie. War das in eurer Jugend präsent? War das etwas, mit dem ihr als Kinder gespielt habt?
Josh Duhamel: Ich spiele noch immer damit. Ich liebte es, diese Dinger auseinander zu nehmen und sie wieder zusammen zu setzen.
Ramon Rodriguez: Ich war ein großer Fan, der TV-Cartoons und ich liebte den ersten Film. Es ist schräg, Teil eines Films zu sein, von dessen Cartoon-Vorlage man ein großer Fan war.
Wie gestalteten sich die Dreharbeiten in Ägypten und Jordanien? Gab es da Schwierigkeiten mit den Behörden?
Lorenzo di Bonaventura: Es war eine großartige Erfahrung mit Menschen aus einer anderen Kultur zusammenzuarbeiten. In Ägypten bereitete uns aber das Verteidigungsministerium Probleme. Sie wollten nicht, dass wir an bestimmten Orten drehen. Hingegen war es gar kein Problem, Drehgenehmigungen in Luxor und bei den Pyramiden von Gizeh zu bekommen.
Auch im ersten Teil von „Transformers“ gab es schon eine Kooperation mit der US-Armee. Wie gestaltete sich diese Zusammenarbeit?
Lorenzo di Bonaventura: Großartig. Bei dieser Art von Film, wo man diese riesigen Bösewichte hat, braucht man das Militär, um auf sie zu feuern - sonst macht das keinen Sinn. Die Zusammenarbeit mit dem Militär war eine Notwendigkeit der Geschichte. Wir drehten in White Sands, wo sich ein Stützpunkt der US-Army befindet. Es war sehr interessant, da Einblicke zu gewinnen.
Gibt es schon Pläne für einen dritten Teil von „Transformers“?.
Lorenzo di Bonaventura: Michael und ich haben beschlossen, darüber erst nachzudenken, wenn wir wissen, wie der Film beim Publikum ankommt. Sollte es ein Erfolg werden, werden wir uns das überlegen. Wenn man die richtige Geschichte gefunden hat, gibt es keinen Grund, sie nicht zu erzählen.
Regie: Michael Bay
Darsteller: Shia LaBeouf, Megan Fox, Josh Duhamel, Tyrese Gibson, Ramon Rodriguez
Start: 24.06. (A + D)