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Public Enemies
Christian Bale mimt wieder den harten Mann des Gesetzes. Doch statt einem Fleder - mauskostüm trägt der Mann mit dem kantigen Gesicht diesmal Gewehr, Anzug und Hut. Erneut steht ihm ein charismatischer Gesetzesbrecher, Systemkritiker und Lebemann gegenüber. Doch Haupt - und Nebenrollen sind bei Micheal Manns rasantem Biopic über den Bankräuber John Dillinger eindeutiger verteilt, als es Vergleiche mit "The Dark Knight" vermuten lassen könnten. Bei "Public Enemies" geht es vor allem um den vermeintlich Bösen: Johnny Depp – wie er schießt, liebt und spielt.
Das tut er gewohnt souverän bis aufregend. Damit bildet er einen dynamischen Kontrast zu den vielen sehr rauen Konturen und Kulissen einer, im Wandel befindlichen, urbanen amerikanischen Gesellschaft (Stichwort: Wirtschaftskrise), zwischen der das verbrecherische Ensemble rund um den Hauptdarsteller hin - und herflüchtet. Zusätzlich unterkühlend wirken dann auch die flüchtigen und unmittelbaren Bilder, die vielfach per Handkamera eingefangen wurden. Die Rohheit der Aufnahmen scheint erfolgreich Authentizität bei der Geschichtsvermittlung zu transportieren. Auch das sehr gelungene Sounddesign samt einnehmender Filmmusik ist in diesem Zusammenhang essenziell. Gleichzeitig erwirken der Einsatz von Kameraführung, Kostümen, Licht und Spezialeffekten eine Historizität, die soviel Distanz schafft, dass man sich fast an "Dogville" von Lars von Trier und dessen Inszenierung einer filmischen Theatersituation erinnert fühlt.
Am deutlichsten wird das Ausmaß des großen Gangster-Schauspiels aber, als Dillinger sich in der finalen Sequenz ins Kino begibt, um sich »Manhattan Melodrama« mit Clark Gable anzusehen. Kurz nach diesen Augenblicken, als die Referenzen eines epischen Unterhaltungskino am greifbarsten sind, wird der freie Held vom System getötet, während Johnny Depp erneut ein würdiges Denkmal für seine Leistungen bekommt. (8/10)
Regie: Michael Mann
Start: 07.08. (A) 06.08. (D)

Der Sieger der letzten Runde 2007 steht fest: Umbrellas in the Rain. Mehr zum Artist und den Song in unserer Band-Zone.