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Nostalgie und Traum
Kaum jemand aus der amerikanischen Traumfabrik scheint sich so für den Einsatz von Splitscreens begeistern zu können wie Ang Lee. Was bei "Hulk" dafür verwendet wurde, um Gleichzeitigkeit zu erzeugen, wird bei "Taking Woodstock" schier auf die Spitze getrieben. Bei diesem komödiantischen Epos über eines der einzigartigsten Festivalereignisse wird versucht, die Geschichte rund um dieses Fest und seine Organisatoren ganzheitlich zu erzählen. Da müssen die Augen des Publikums wachsam und die Schmerzgrenzen für etwaige Sinnesüberflutungen nachsichtig sein. Da kann auch schon mal die Spannung der Handlung verlorengehen.
Liebevoller Ausnahmezustand
Der junge Designer Elliot Tiber (gespielt von Demetri Martin) versucht das vor dem finanziellen Bankrott stehende Motel seiner glücklosen Eltern zu retten. Da er die Erlaubnis für ein Kulturveranstaltungen in seinem Dorf und noch dazu gute Kontakte zu einem Bauer mit großen Gründen hat, gelingt es ihm, die Woodstock - Veranstalter auf sein Dorf aufmerksam zu machen. So weit der Rahmen, hinzu kommt eine von Lee angedeutete Familienposse rund um Verantwortung, Homosexualität und Generationenkonflikte. Außerdem wird ansatzweise auch über Emanzipationsbestrebungen sinniert und nicht zuletzt wird der liebevolle Ausnahmezustand thematisiert, der sowohl den zertrampelten Acker als auch Tränen der Freude zeigt. Vietnam hat auch noch Platz, genauso diverse Bewusstseinserweiterungen. Festivalstimmung anno 1969 eben – und ein überraschend belangloser Film darüber.
"Taking Woodstock"
Regie: Ang Lee
Darsteller: Demetri Martin u.a.
Start: 04.09. (A) 03.09. (D)