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Wüstenblume
Das somalische Nomadenmädchen Waris (Wüstenblume) Dirie flüchtete 13 - jährig vor einer Zwangsverheiratung zu ihrer Tante nach Mogadischu. Einer ihrer Onkel war Botschafter in London, bei ihm kam sie unter – als Putzfrau. In Waris Heimat brach der Bürgerkrieg aus, ihr Onkel wurde zurückbeordert, so landete sie auf der Straße, später fand sie in einem YMCA Obdach. Sie jobbte bei McDonald‘s, wo sie der Fotograf Terence Donovan entdeckte, der sie 1987 auf das Titelblatt des Pirelli - Kalenders hievte. Die Laufstege gehörten ihr, sie zierte jedes Cover, Timothy Dalton becircte sie im Bond - Streifen "Der Hauch des Todes": Als Topmodel hatte sie alles erreicht. Und dann brach es aus ihr heraus: Der Journalistin Laura Ziv (des französischen Modehochglanzmagazins "Marie Claire") schilderte sie 1997 die über sie gekommene Beschneidung – damals war sie fünf Jahre alt.
Mit dem ein Jahr darauf erschienenen Weltbestseller "Wüstenblume" machte sie das Problem der Female Genitale Mutilation einer Weltöffentlichkeit bekannt. Die Verstümmelung der weiblichen Genitalien findet nämlich nicht ausschließlich auf dem afrikanischen Kontinent statt, dieses himmelschreiende Unrecht wird auch von Immigranten inmitten unserer europäischen Städte praktiziert (regelmäßig lassen Communities Beschneiderinnen einfliegen). Gegen diese, als althergebracht falsch verstandene Tradition gilt es laut Dirie rechtlich vorzugehen. Laut WHO fallen diesem barbarischen Ritual täglich 6.000 Mädchen (!) zum Opfer, konservative Schätzungen sprechen von 150 Millionen Betroffenen weltweit. Unaufdringlich transportiert nun der gleichnamige Spielfilm von Sherry Hormann mit dem äthiopischen Model Liya Kebede in der Hauptrolle das Anliegen der Menschenrechtsaktivistin Waris Dirie, deren Foundation in Wien beheimatet ist. Infotainment an der Schmerz - und Kitsch - Grenze – und doch: mit Lebensbejahung. (7/10)
Regie: Sherry Hormann
Start: 09.10. (A) 24.09. (D)