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Fair Of The Dead
Wer da behauptet, Computerspiele seien schädlich für die Jugend, irrt gewaltig. Im Gegenteil. Columbus (Jesse Eisenberg) kann seine in nächtelangen "World of Warcraft" - Sessions erworbenen Fähigkeiten derzeit gerade gut gebrauchen. Schließlich ist Amerika in Folge einer Seuche von blutrünstigen Zombies bevölkert und er einer der wenigen Überlebenden in dieser postapokalyptischen Welt. Dies verdankt er der strikten Einhaltung von 47 Regeln: Fitness lautet das oberste Gebot, denn der moderne Zombie torkelt nicht mehr bloß hüftsteif auf sein Opfer zu. Die Biester haben längst laufen gelernt. Immer zweimal in den Zombie - Kopf ballern, besagt Regel Nr. 2. Auch wenn am stillen Örtchen die Hose unten ist, die Knarre bleibt oben, so Regel Nr. 3. Und natürlich braucht man einen Partner. Diesen findet der ängstliche Columbus im draufgängerischen Tallahassee (wunderbar selbstironisch: "Natural Born Killer" Woody Harrelson).
Auf Zombie - Jagd in der Shopping - Mall
Gemeinsam begibt man sich auf Zombie - Jagd. Tallahasse hat jedoch eine ungesunde Vorliebe für süße Twinkies, weshalb die Shopping - Mall ein gern angesteuertes Ziel ist. Keine so gute Idee, weiß man doch seit "Dawn of the Dead", dass sich auch Zombies in Einkaufszentren äußerst wohl fühlen. Bei einer ihrer Shopping - Touren stoßen die beiden ungleichen Helden auf die Schwestern Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail "Little Miss Sunshine" Breslin), mit denen man sich nach anfänglichen Querelen zu einer Zweckgemeinschaft zusammenschließt und auf eine Reise nach Kalifornien begibt. Vornamen werden in dieser Extremsituation nicht ausgetauscht, um sich emotional nicht zu sehr zu binden. Stattdessen nennt man sich beim Namen des Ortes, aus dem man stammt bzw. zu dem man gelangen möchte. Bevor es jedoch zum fulminanten Showdown im Vergnügungspark kommt, entspinnt sich zwischen Wichita und Columbus eine zarte Romanze. Wie schon in "Adventureland" gibt Jesse Eisenberg auch hier den sympathischen Nerd von nebenan, der sich in ein Mädchen verliebt, das eigentlich nicht in seiner Liga spielt. Einer der schönsten Momente in "Zombieland" gehört Bill Murray, der mit einem aberwitzigen Cameo - Auftritt als doch nicht so toter Untoter samt "Ghostbusters" - Persiflage und einem noch aberwitzigeren Abgang glänzt. Danny Boyles "28 Days Later" aus 2003 und Zac Snyders Remake von "Dawn of the Dead" bescherten dem Zombie-Film Anfang der Nuller - Jahre ein kleines Revival. So erweitert auch Zombie-Pabst George A. Romero in regelmäßigen Abständen wieder seine "Of the Dead" - Reihe - "Survival of the Dead" wartet gerade auf einen regulären Kinostart. Im Gegensatz dazu bleibt "Zombieland", ohne auf Blut und Beuschel zu verzichten, wie schon "Shaun of the Dead", stets dem Klamauk und dem Slapstick verpflichtet. Gesellschaftskritische Aspekte fehlen. Ein herrlich sinnentleerter, zitatenreicher Splatter - Horror - Spaß.
"Zombieland"
Regie: Ruben Fleischer
Darsteller: Jesse Eisenberg, Emma Stone
Start: 10.12. (D)
Wertung: 8/10