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"Das Mädchen, das die Seiten umblättert" und "Herzen"
In "Das Mädchen, das die Seiten umblättert" entwickelt sich die Metzgerstochter Mélanie (Déborah François) von der Handlangerin einer Konzertpianistin zu deren subtilen Manipulatorin. Was die Frau an den Tasten nicht weiß: Vor zehn Jahren hat sie einem Klassik liebenden Mädchen die Aufnahme am Konservatorium vermasselt. Regisseur und Konzertbratschist Denis Dercourt liefert eine Rachegeschichte ohne zu kleckern, die vor allem davon zu leben versucht, dass – Ohlala! – zwischen den beiden Frauen doch noch was passieren könnte.
Die Lücke zwischen Wollen und Können bringt bei Alain Resnais die "Herzen" zum Brechen. Unter permanentem Schneefall in Paris zeigt er einen Kreis von sieben Unglücklichen, die den Frühling, den Sommer und wohl auch den Herbst ihres Liebeslebens schon hinter sich haben. Eine religiöse Büroangestellte verwirrt da ihren Arbeitskollegen mit selbst gedrehten Pornovideos. Andere probieren es einfach per Kontaktanzeige und manche müssen bei der Wohnungssuche für zwei doch auf ein Single-Appartement umdisponieren. "Herzen" basiert auf Alan Ayckbourns Roman "Private Fears in Public Spaces", erinnert aber mehr an intime Beschaulichkeit und kleine Skandälchen in geschlossenen Räumen.