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Lady Chatterley
Zuallererst begreift Pascale Ferran die Liebe als eine Frage der Sexualität. In ihrer Verfilmung der zweiten von drei und allgemein als am Zugänglichsten gewerteten Version von D.H.Lawrence’ einstigem „Skandalroman“ aus den 20ern des vergangenen Jahrhunderts hält sie sich recht genau an die Vorlage: Zunächst ist Lady Chatterly rein physisch angezogen vom entblößten Oberkörper der Wildhüters, den sie heimlich, wenn auch zufällig, beim Waschritual beobachtet; es war eine Zeit, in der der Anblick von Nacktheit, die nicht die eigene oder die des Partners war, einer relativen Sensation gleichkam.
Langsam werden aus nahezu gänzlich Fremden Vertraute, der Film findet eine adäquate Bildsprache und bewegt sich angenehm sedierend von den anfänglichen Unsicherheiten innerhalb einer Beziehung hin zum Stadium völligen Ineinanderaufgehens. Eine vielleicht sogar authentische Darstellung von Sex, die zwischen Hochleistungspornographie und einer Ästhetik von Rosenblüten im Badewasser liegt, ist also möglich.
Regie: Pascale Ferran
Darsteller: Marina Hands, Coullo’ch Jean-Louis
Verleih: Stadtkino
Start: 3. November