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Rocky Balboa: Das Methusalemkomplott
Vielleicht ist „Rocky Balboa“ ein schlechter Film, ganz bestimmt ist er aber ein mutiger Film. Es gibt weder einen Bösewicht noch entscheidende Storytwists und nicht einmal verlieben darf sich „der italienische Hengst“ in der sechsten und wohl endgültig letzten Episode der Filmreihe. Alles, was Sylvester Stallone offenbar will, ist diese, seine Geschichte zu Ende zu erzählen. Klar, hier regieren Pathos und Nostalgie: Noch einmal werden Szenen von früher zusammenmontiert, alte Schauplätze in Philadelphia besucht und das Schicksal von Gattin Adrian aufgearbeitet.
All das darf Stallone heute natürlich nur, weil er einst als inbrünstiger Verflechter unzähmbarer Willenstärke und US-amerikanischer Identität in Stars-&-Stripes-Shorts für Furore gesorgt hat. 2007 will Stallone zurück zu Rockys Oscar-prämiertem Beginn, zurück zum Individuum, zurück zum pursuit of happiness, und das nicht in nationaler, sondern in gänzlich eigener Sache. Rocky kämpft gegen Altersdiskriminierung und um eine passable Beziehung zu seinem Sohn. Für ein paar kleine Kämpfe will er zurück in den Ring, aus Spaß an der Sache.
Wie das schließlich zu einem Kampf gegen den amtierenden Schwergewichtschampion führt, ist derart hölzern konstruiert, dass es weh tut. Wie gesagt: „Rocky Balboa“ ist kein guter Film. Aber das geht uns eigentlich gar nichts an, denn diesen Film hat Sly wohl ganz für sich gemacht.
Regie: Sylvester Stallone
Verleih: 20th Century Fox
Kinostart: 9. Februar 2007