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39,90
Der 2000 veröffentlichte und sofort zum Bestseller aufgestiegene Roman "39,90" von Frédéric Beigbeder schreit inhaltlich förmlich nach einer Verfilmung: Octave Parango, Angestellter in einer großen Werbefirma, ist seines Lebensstils überdrüssig und schreibt ein Buch über die Branche, um gefeuert zu werden. Das Buch ist ein zynisches Zeugnis über das Ende der 90er, als die Werber noch unmoralisch gut bezahlt waren und das Koks bessere Qualität hatte, kurz: eine Zeit, in der „Hedonismus“ kein Fremdwort war.
Die filmische Adaption des Motivs Beigbeders, realisiert von Jan Kounen, kommt konsequenterweise einige Jahre später als satirische Reminiszenz an andere Zeiten daher: Mit jeder Menge Verschwendungssinn und egoistischer Naivität schlägt sich der Protagonist Parango durchs Leben. In rasendem Tempo spurtet „39,90“ mit unzähligen sowie geistreichen Referenzen auf andere Filme und Gott und die Welt hin zu zwei fulminanten Enden. In diesem Pamphlet gegen die Konsumgesellschaft und die narzisstische Werbebranche, das gleichzeitig eine wunderbare Satire ist, darf viel gelacht werden. (6/10)
Regie: Jan Kounen
Verleih: Luna Film
Start: 17. Oktober