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Boy a
John Crowleys ursprünglich fürs britische Fernsehen produzierte Adaption des gleichnamigen Romans von Jonathan Trigell ist eine äußerst gelungene Auseinandersetzung mit den Themen Jugendgewalt und Resozialisierung. "Boy A" erzählt die Geschichte des 24 - jährigen Jack Burridge (Andrew Garfield), der als 10 - Jähriger zusammen mit einem zweiten Jungen einen grausamen Mord begangen hat, daraufhin weggesperrt wurde und nun wieder in Freiheit mit neuer Identität versucht, sich eine neue Existenz aufzubauen.
Ihm zur Seite steht sein Bewährungshelfer und väterlicher Freund Terry (Peter Mullan), der ihm ein kleines Appartement sowie einen Job organisiert. Jack findet neue Freunde und verliebt sich. Obwohl es ihn innerlich zerreißt, gelingt es ihm doch, seine wahre Identität geheim zu halten. Doch das schreckliche Verbrechen hallt nicht nur in der Psyche des jungen Mannes nach, auch die Boulevard - Presse beginnt Jagd auf "Boy A" - wie der Junge während seines Prozesses in den Medien genannt wurde - zu machen. In ausgebleichten Bildern dokumentiert Regisseur Crowley Jacks Wiedereingliederung in die Gesellschaft, die immer wieder von Rückblenden durchbrochen wird, in denen das Verbrechen der Vergangenheit aufgerollt wird. Neben der behutsamen Inszenierung ist es das großartige Ensemble, das den Film trägt.
Vor allem Andrew Garfield in der Rolle des Jack ist eine Entdeckung. Den Blick meist unsicher zu Boden gerichtet, gelingt es ihm ganz wunderbar, die Zerrissenheit seines Charakters zwischen Angst, Schuld und aufkeimender Lebensfreude zum Ausdruck zu bringen. Ein sowohl kraftvolles als auch feinfühliges Plädoyer für das Recht auf eine zweite Chance. (8/10)
Regie: John Crowley
Start: 10.07. (A) 07.05. (D)