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Abtauchen
"Bioshock" war 2007 nicht nur ein immenser Kritikererfolg (Durchschnittswertungen bei 95/100), sondern auch eines der meist verkauften Spiele des Jahres. Die Entwickler verdanken dies in erster Linie ihrer Fähigkeit zur Konzentration auf das Wesentliche: Denn "Bioshock" bot zwar technische Brillanz in Grafik, Design und Sound, ebenso wie viele, viele Möglichkeiten in denen Spieler sich austoben konnten (Rollenspielelemente, Waffen - Upgrades, Körpermodifikationen, Hacking von Maschinen und Safes, ...), doch das Entscheidende war, dass das eigentliche Gameplay, die eigentliche Action so ungemein perfekt und reibungslos umgesetzt waren.
Konzentration aufs Wesentliche
Schlüssig war es da etwa auch, auf einen Multiplayermodus zu verzichten, da dieser nicht rechtzeitig in gleicher Qualität hätte fertig werden können. Die Verbindung aus abgedrehter High - Tech - Art - Deco - Grafik und zwingendem Shooter - Gameplay mit ein paar Rollenspielanleihen, sorgte dafür, dass "Bioshock" nebenbei bis heute als klassisches Beispiel zur Erklärung "wie Spiele wirken" dient: Konstantin Mitgutsch von der Universität Wien spielte das Spiel mit Entwicklungspsychologen und schildert seine Beobachtungen: "Wer nur zusieht, sieht eine mitunter brutale und sadistische Szenarie. Erst wer selbst spielt und das Geschehen mit der eigenen Handlung abgleicht, merkt, dass die Gewalt "Sinn" macht und Spannung erzeugt. Gewalt ist in Spielen das einfachste Mittel, um einer Handlung im Spiel Wirkung zu verleihen.
Die Spieler sezten dabei eine Aktion gegen einen Gegner oder Gegenstand und das Resultat wird umgehend deutlich. Eine Übersetzung auf die Wirklichkeit ist dabei im Spiel selbst nicht angelegt. Reale Gewalt funktioniert anders, macht keinen Spaß und erzeugt Angst und Ungerechtigkeit, nicht Spannung!" Die Unterwasserstadt Rapture lebte - obwohl großteils kaputt und verlassen - von der guten Umsetzung des Retro - Settings und eben der Action – einem großen Abenteuer, in dem der Spieler ständig unterhalten und pausenlos gefordert wird.
Effektiver Nachfolger
Mitverantwortlich für dieses Spielgefühl waren unter anderem die vielen aufregend und absurd gestalteten, degenerierten Gegner und Figuren – allen voran wohl die Little Sisters und Big Daddies, denen man immer wieder begegnete. Es ist nur schlüssig und nachvollziehbar, dass man nun im zweiten Teil gleich die Rolle des Urvaters aller Big Daddies übernimmt, der sich – um keine Mech - Gefühle aufkommen zu lassen – schneller und hochgezüchteter als die anderen Bid Daddies bewegt. Ebenso naheliegend, dass als eine Hauptgegnerin eine Big Sister auftritt, die sich selbst so manches Upgrade verpasst hat.
Zu den weiteren Neuerungen gehört die Möglichkeit, die Stadt zeitweise zu verlassen und sich unter Wasser zu bewegen. Damit erfüllen die Entwickler den Spielern und Fans wohl große Wünsche, die nach dem ersten Teil wohl bei so manchem aufgetaucht sind. Es ist davon auszugehen, dass "Bioshock 2" in jedem Aspekt den Qualitätslevel des Vorgängers halten wird: Grafik und Ton werden überzeugen, die Abenteuer und Figuren werden abgedreht und kaputt wirken, der Spieler wird viele, viele Möglichkeiten haben sich auszutoben und ganz sicher wird die eigentliche Action fesseln und dafür sorgen, dass man immer wieder zum Controller greift und wieder in Rapture eintaucht.
"Bioshock 2"
Plattform: PC, PS3, Xbox 360
Hersteller: 2K / Take 2