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Evil’s coming home
"Verspeist am Dienstag niemals Rüsselkäfer." – Solche und ähnlich verheißungsvolle Tipps für angehende Unholde verrät uns der dienstälteste Scherge der Unterwelt. "Gnarls Gedanken" tauchen immer wieder während der Ladepausen auf, in denen sich Gnarl in Denkerpose ans Kinn greift und gen Himmel blickt. Dabei wollen die optisch an die Gremlins erinnernden Viecher eigentlich nur dann an die Oberfläche, wenn es darum geht, alles kurz und klein zu schlagen und die Welt der Aufrechten und Tapferen mit jeder Menge boshaften und hinterhältigen Aktionen zu ärgern. Wobei "ärgern" zweifellos ein Euphemismus ist, denn bei "Overlord II" wird wahlweise getötet oder versklavt.
Was? Ja, richtig gelesen: Ohne das ulkige Fantasy - Setting, die gewitzten Sprüche der Schergen, das hohe Maß an Ironie und die jugendfreundliche Präsentation würde das Spiel sogar Gewalt-Kalibern wie "Grand Theft Auto" Konkurrenz machen. Ganz unartige und politisch unkorrekte Dinge stehen da an der Tagesordnung: Grundlos Dörfer niederbrennen und dabei nicht zwischen Soldaten und Zivilisten unterscheiden, süße Robbenbabies attackieren, nur um gierig deren Seelenkugeln einhamstern zu können und friedvolle, naturverliebte Hippie - Elfen aufmischen – einfach, weil’s Spaß macht.
Dem Lord dienen
Die Schergen sind neu erstarkt, weil sie wieder mal einen dunklen Lord aufgepäppelt haben, der ihnen das Denken abnimmt. Für ihren Overlord tun die kleinen Biester alles, und doch ist trotz aller Unterwürfigkeit nie ganz klar, wer sich hier wen als Haustier hält. Die Schergenarmee kennt vier unterschiedliche Einheiten, die jeweils eine Spezialfähigkeit besitzen. Braune sind zähe Kämpfer, Rote schießen mit Feuerbällen, Grüne sind immun gegen giftige Gase und Blaue haben es als einzige der Dämonenbande gelernt, zu schwimmen. Wir selbst verteilen Hiebe und da und dort einen Zauberspruch, primär ist unser Overlord aber dazu da, die Gefolgschaft geschickt durch die Gegend zu lotsen.
Wie bei einem Strategiespiel kommt es auf die richtige Positionierung der Einheiten und die Angriffstaktik an. So sind Rote durch ihre geringe Panzerung und den Distanzangriff eher weiter hinten gut aufgehoben, wohingegen die Braunen Meister des Nahkampfs sind. "Overlord II" legt viel Wert auf aufwendiges Level - Design, was neben dem Lenken der Schergen auch viele Rätselelemente mit ins Spiel bringt. Leichte Probleme bei der Kamera und der Wegfindung sorgen immer wieder mal für Einbrüche in der Präzision der Steuerung, ansonsten lässt sich über "Overlord II" schwerlich meckern. Wer das Hauptspiel nicht spielen kann, weil weder PC, PS3 oder Xbox 360 als Systeme verfügbar sind, hat die Möglichkeit, einen der beiden Spin Offs zu probieren. Die Wii - Version "Overlord: Dark Legend" ist eine inhaltlich etwas abgespeckte Variante, "Overlord: Minions" für den DS ein empfehlenswertes Knobelspiel im Stil von "Lost Vikings". Lasst die Schergen tanzen!
"Overlord II"
Plattform: PC, PS3, Xbox 360
Hersteller: Triumph Studios / Codemasters