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Left 4 Dead 2: Frühe Rückkehr
Valve, Macher von "Half Life", "Portal" und "Team Fortress", genießt einen Ausnahmestatus im Entwicklerbereich: Kaum ein anderes Studio, von Blizzard abgesehen, nimmt den Umgang mit seinen Kunden so ernst wie das Entwicklerteam aus dem US - Bundesstaat Washington. Valves Onlineplattform Steam hat sich in den letzten Jahren zu einem Innovationsmotor im digitalen Vertrieb entwickelt, und Valve belohnte die Kunden regelmäßig durch vorbildliche Dauerbetreuung und innovative Extras. Die Spieler danken mit einer lebendigen Mod - Community, die mit Titeln wie "Counter - Strike", "Team Fortress" oder auch "Portal" bewiesen hat, dass aus der Spielerschaft selbst oft die besten Ideen kommen. Dafür verwöhnte Valve etwa die Spieler von "Team Fortress 2" regelmäßig und verlässlich mit neuen Achievements, Spielmodi, Filmen und freischaltbaren Waffen zum Nulltarif.
Boykott der Zombies
Auch das letzten November erschienene "Left 4 Dead", Valves jüngster Neuzugang, wurde erst vor kurzem kostenlos um einen neuen Spielmodus und Zugang zu Editoren erweitert: Als Valve - Chef Gabe Newell auf der E3 allerdings überraschend ankündigte, dass bereits am 17. November 2009 ein eigenständiger Nachfolger die kooperative Zombie - Jagd fortsetzen würde, reagierten viele Fans anders, als zu erwarten war: Innerhalb kürzester Zeit formierte sich Widerstand in Foren und Blogs – samt einem Boykottaufruf, dem sich innerhalb weniger Tage 25.000 Fans anschlossen. Nach so kurzer Zeit ein zweiter Teil zum Vollpreis – das will vielen Spielern nicht gefallen. Statt den ersten Teil weiterzubetreuen und – wie eigentlich versprochen – laufend Content nachzuliefern, wolle Valve mit diesem Schnellschuss nur seine Kunden melken, so der Tenor vieler Kritiker.
Gabe Newell jedoch beruhigte postwendend: Der erste Teil werde selbstverständlich weiterhin optimiert und laufend erweitert. Auch um die Gefahr einer Spaltung der Community zwischen den beiden Titeln wolle man sich noch kümmern – es könnte sein, dass sich hinter dieser schwammigen Aussage ein Verkaufsmodell nach dem Muster der "Orange Box" verbirgt.
Süden, Sonne, Shooter
Viel Aufregung also lange vor Verkaufsstart, doch für Freunde des ersten Teils ist die geplante Fortsetzung natürlich trotzdem ein Grund zur Freude: Ein neues Setting – der Süden der USA –, vier neue Spielcharaktere, neue Nahkampfwaffen und neue Gegner sollen "Left 4 Dead 2" zu einem eigenständigen neuen Spiel machen, das die Qualitäten des Vorgängers beibehält und in vielen Details erweitert. Die auffälligste Neuerung betrifft den allgemeinen Look des Spiels: Die fünf Kampagnen des Nachfolgers sollen nicht mehr in düsterer Nacht, sondern in der gleißenden Sonne der amerikanischen Südstaaten stattfinden – gekoppelt mit Schauplätzen wie New Orleans wird sich der Nachfolger auch atmosphärisch eindeutig vom Vorgänger abheben.
Wenn Valve seine Versprechen hält und die Käufer des gelungenen Vorgängers nicht weiter verärgert, steht Fans und Neueinsteigern also schon viel früher als erwartet ein ganz neues Kapitel der Zombie - Apokalypse bevor. Allen Zweiflern zum Trotz: Enttäuscht hat Valve seine Fans bisher noch nie.
"Left 4 Dead 2"
Plattform: PC
Hersteller: Valve