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Laue Rückkehr
Seit 1992 "Wolfenstein 3D" von id Software das Actiongenre revolutionierte, ist viel Zeit vergangen. Zeit, in der sich von "Doom" bis hin zu "Quake", "Half - Life", "Halo" und "Crysis" viel getan hat im Genre der First - Person - Shooter. Dem großen Namen versucht Raven Software mit der schlicht "Wolfenstein" betitelten Neuauflage gerecht zu werden, ohne die Weiterentwicklung des Genres aus den Augen zu verlieren. Wie die Vorgänger spielt auch die diesjährige Reinkarnation in einer Fantasy - Version des Zweiten Weltkriegs, in der der Spieler als amerikanischer Agent "BJ" Blazkovicz hinter den feindlichen Linien mit allerhand historischem, aber auch futuristisch abgefahrenem Waffengerät Jagd auf Zombies, Nazis und okkulte Monster macht.
Alles für Alle
"Wolfenstein" ist in seinen besten Momenten ein solider, geradliniger Shooter, in dem Leveldesign und Bosskämpfe für actionreichen Spaß sorgen. Was die Entwickler zusätzlich noch alles an mehr oder weniger sinnvollen Spielelementen hineingepackt haben, relativiert diese Momente aber gründlich: Grafisch wenig gelungene Dimensionswechsel mit nur selten wirklich spielrelevanten Kräften, ein Upgradesystem für Waffen, die mühsame, aber notwendige Suche nach versteckten Goldbeuteln und vor allem eine wenig überzeugend umgesetzte offene Spielwelt, die man als Ausgangspunkt für die kurzweiligen, aber insgesamt wenigen Missionen wieder und wieder abgrasen muss – "Wolfenstein" bietet viele Elemente, die man aus anderen Erfolgstiteln kennt, bringt sie aber allesamt nur halbherzig zum Einsatz. Raven Software wollte es offensichtlich allen Recht machen – doch weniger wäre eindeutig mehr gewesen. Dass das Spiel außerdem augenscheinlich hauptsächlich auf den publikumsstarken Konsolenmarkt zugeschnitten wurde, erkennen PC-Spieler schmerzhaft am restriktiven Speichersystem sowie an der umständlichen Menüführung. Xbox - und PS3 - Spieler wird’s weniger kümmern. Zusammen mit einem bestenfalls mittelmäßigen Multiplayerteil, der von der Steilvorlage "Enemy Territory" meilenweit entfernt ist, bleibt "Wolfenstein" trotz des großen Urahnen ein grafisch und spielerisch nur selten beeindruckendes, mit zu viel Ballast vollgestopftes Spiel, das mangels momentaner Alternativen für Genrefans einen zweiten Blick wert ist. Schade drum – angesichts des legendären Vorgängers hätte mehr Mut zum Risiko nicht geschadet.
"Wolfenstein"
Plattform: PC, PlayStation 3, Xbox 360
Hersteller: Raven Software / Activision