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Digitale Buchkultur
Das nur 289 Gramm schwere E - Book Kindle von Amazon soll die Bücherkultur revolutionieren. Mit dem Gewicht eines durchschnittlichen Paperbacks, einer Dicke von neun Millimetern und der Größe eines A5 - Heftes kämpft das Produkt eher in der Fliegengewichtsklasse. Das Kindle ist, so hört sich zumindest die von Amazon bereitgestellte Beschreibung an, eine Eintrittskarte ins Paradies für alle Bücherfans – die private Bibliothek immer dabei, kann der Kindle - Besitzer lesen wo und wann er will. Durch den speziellen Bildschirm liest sich das E - Book angeblich wie ein echtes Buch – nur gibt es eben keine rauen Papierseiten, die abgegriffen sind, weil man sein Lieblingsbuch schon zum hundertsten Mal liest oder interessante Notizen, die ein mysteriöser Vorbesitzer mit seinem Nachfolger teilen wollte. Das Kindle ist zwar sicher praktisch, aber vor allem ist es clean.
Wenn man das digitale silberweiße Metall - Gerät in die Hand nimmt hat man sicher keine Erinnerungen an diesen wunderschönen Sommer, als man lesend am Strand gelegen ist oder an ein gemütliches Weihnachten zu Hause, bei dem man in eine Flanell - Decke gekuschelt einen spannenden Krimi gelesen hat. So schön es sich auch anhört: Alle Bücher immer dabei, ein neues in nur 60 Sekunden gekauft, sogar vorlesen kann einem das Kindle, wenn man gerade mit dem Auto fährt, aber eine Maschine bleibt immer eine Maschine. Auf Amazon wird das Gerät zusammen mit Staubsauger, Deodorant, der elektrischen Gartenschere und Verlobungsringen verhökert – eine Art Gemischtwarenhandlung, die sich da im Netz aufgetan hat. Da gehe ich doch lieber zur Bibliothek oder zum Buchgeschäft nebenan und kaufe mir ein richtiges Buch.