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Bioshock
Das Gefühl, das schon beim Betreten der Unterwasserwelt Rapture aufkommt, ist schwierig in Worte zu fassen. Ohne lange mit Introsequenzen aufgehalten zu werden, wird man regelrecht in die gescheiterte Utopie eines wahnsinnigen Visionärs katapultiert, die eine derart Angst machende Atmosphäre versprüht, wie sie in einem Videospiel bisher kaum zu erleben war. „Shining“ und „Metropolis“ geben die Entwickler als Inspirationsquellen für den vielleicht düstersten Shooter überhaupt an. Und schon nach wenigen Spielminuten spürt man, das Konzept ist vollends aufgegangen.
Nach der Ankunft regiert ohne jede Vorwarnung der blanke Horror.
Als einziger Überlebender eines Flugzeugabsturzes findet man sich mitten im Atlantik in einem verlassenen Leuchtturm wieder, in dessen Inneren eine Tauchglocke wartet. Nach deren Betreten beginnt die Fahrt in die Tiefe. Ein Video läuft an, das ein wenig Licht in das bisher allgegenwärtige Dunkel bringt: Frustriert und enttäuscht von der Menschheit, konzipierte ein gewisser Andrew Ryan kurz nach dem Zweiten Weltkrieg eine geheime Unterwassermetropole. Eine von ausergewählten Wissenschaftlern, Künstlern und Industriellen bevölkerte Idealgesellschaft. Eine Stadt der Schönen und Perfekten. Doch während die Anmut der versunkenen Konstruktion im Art-Déco-Design unter der Fahrt noch für einen kalten Schauer am Rücken sorgt, regiert nach der Ankunft ohne Vorwarnung der blanke Horror. Denn alles, was in der so sorgfältig konzipierten Parallelwelt hat schiefgehen können, ist offensichtlich schiefgegangen. Die Vision der perfekten Gesellschaft ist mehr als gescheitert, hat sich im Laufe der Zeit offensichtlich vom Traum zum Albtraum gewandelt. Das riesige Stahlkonstrukt gibt dem Druck des Ozeans nach, Wasser bricht ein, Wände fallen in sich zusammen. Generatoren schließen kurz und legen ganze Areale in Schutt und Asche. Die einst elitären Bewohner sind zu genetisch mutierten Schatten ihrer selbst geworden,, die wie Zombies durch die dunklen Gänge schleichen. Inmitten dieses traurigen Szenarios gilt es nun am Leben zu bleiben. Das ist vor allem auf den höheren Schwierigkeitsgraden alles andere als einfach, da Waffen und Munition äußerst rar gesät sind.Ungewöhnlich für einen Shooter ist die Möglichkeit, ähnlich wie aus Rollenspielen bekannt, Fertigkeiten zu entwickeln. So genannte Plasmide, die mit Spritzen in den eigenen Körper injiziert werden, ermöglichen u. a. Opponenten zu verwirren, sie mit elektrischen Schlägen zu lähmen oder auch einzufrieren.
Um die genetischen Upgrades nutzen zu können, muss man ADAM beschaffen: das süchtig machende Serum, das dafür gesorgt hat, dass diese Welt in sich zusammengebrochen ist. Nicht selten sieht man sich mit Gewissensfragen konfrontiert, z. B. wenn es darum geht, kleinen Mädchen gewaltsam das ADAM abzunehmen. Nur so gelangt man an mehr Serum, das man dringend benötigt, um inmitten des Wahnsinns gegen die immer stärker werdenden Gegner zu bestehen.
Keine Frage, so hat Unterhaltung im Jahr 2007 auszusehen.
System: PC, Xbox 360
Hersteller: Irrational / 2K Games