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Halo 3: Der Chef machts wieder gut
"If there is one reason why we’re here, I would say it’s because of the chief.“ sagt Major Roland Huffman und ist dabei sichtbar emotionell bewegt. Er erinnert sich an die erbitterten Kriege, die er als junger Mensch miterleben musste. Als er vom anwesenden Dokumentarfilmer gebeten wird, die massive Schusswaffe des Feindes vorzuführen, willigt er ein, merkt allerdings sofort an, dass er sich dabei nicht wohl fühle. Ein intensiver Moment – es stellt sich bloß die Frage: Wo und wann hat Major Roland Huffman überhaupt gekämpft und wer waren seine Feinde? Studiert man die Herkunft des YouTube-Videos, in dem diese Szene vorkommt, hat man bald die Antworten parat: Huffman hat nie existiert, seine Feinde und deren Waffen sind pure Fiktion, ebenso wie die Annahme, dass Ende des 26. Jahrhunderts verheerende Kriege zwischen der Menschheit und bösartigen Aliens stattfinden werden.
All das ist Teil der Geschichte des neuen Blockbuster-Videospiels „Halo 3“, der Ausschnitt der „Dokumentation“ ist einer von vielen Werbespots für das neue Game. Über 1,7 Millionen mal wurde das Spiel alleine in den USA vorab bestellt - eine Zahl, die für weltweit verkaufte Einheiten bereits einen guten Wert darstellt. In seiner ersten Verkaufswoche hat das Spiel über 300 Millionen Dollar eingespielt, und sogar in Japan, wo sich die westlichen Xbox-Konsolen gegenüber den Geräten der Lokalmatadore Nintendo und Sony bislang nicht zufriedenstellend durchsetzen konnten, hat es „Halo 3“ geschafft, auf Platz Eins der Verkaufscharts zu klettern.
Dieser massive Erfolg kommt freilich nicht von irgendwo. Bereits das originale „Halo“, das ursprünglich ein First Person Shooter-Spiel exklusiv für den PC werden sollte, wurde einige Monate vor der Veröffentlichung von Microsoft entdeckt. „Bungie Studios“, das Entwicklerstudio des Spiels, wurde anschließend kurzerhand vom Redmonder Software-Konzern aufgekauft. Ein geschickter Schachzug, denn man hat offenbar sehr früh das hohe Potenzial des Titels erkannt und ihn bald zur „Killer-Applikation“ für Microsofts damals nagelneue Xbox-Konsole erklärt.
Das Konzept ging auf: „Halo: Combat Evolved“, das die Geschichte des mysteriösen Elitesoldaten „Master Chief“ erzählt, wurde nach der Veröffentlichung Ende 2001 sowohl von der Presse als auch von den SpielerInnen hocheuphorisch aufgenommen und hat sich über 5 Millionen mal verkauft. Danach wurde nichts mehr dem Zufall überlassen: Sowohl Microsoft als auch Bungie haben alles unternommen, damit die beiden weiteren Teile der „Halo“-Trilogie die Erfolgsgeschichte der Serie nicht trüben.
Über 1,7 Millionen mal wurde „halo 3“ alleine in den USA vorab bestellt - eine Zahl, die für weltweit verkaufte Einheiten bereits einen guten Wert darstellt.
Das 1991 von zwei US-amerikanischen Studenten gegründete Startup - Unternehmen „Bungie Software“ – das sich amüsanterweise ursprünglich auf Spiele für den Microsoft-Rivalen Apple konzentriert hatte – ist während dieser Zeit zu einem der größten und einflussreichsten Videospiel-Entwicklerstudios gewachsen. Anders als bei vielen anderen Spielefirmen prangt das Bungie-Logo stets stolz auf der Vorderseite der „Halo“-Verpackungen und gilt als Synonym für makellose Produktqualität.
Doch jetzt, wo der letzte, offizielle Teil der Serie erschienen ist, geht die Firma neue Wege. Mit genügend Eigenkapital hatte man offensichtlich keine Mühe, sich von Microsoft weitgehend freizukaufen und in eine unabhängige Entwicklerzukunft zu starten. Der „Master Chief“, das wurde seitens der Firma bereits versichert, wird uns in der einen oder anderen Form aber künftig trotzdem erhalten bleiben.
System: Xbox 360
Hersteller: Bungie Studios / Microsoft
Der letzte Teil der „Halo“-Trilogie ist eine nahtlose Fortsetzung der First Person Shooter-Serie, deren Erfolg vor allem auf der präzisen Steuerung und der ausgeklügelten Gestaltung des Spiele-Terrains fußt. Das erklärt die Nachhaltigkeit: Bei „Halo“ geht es auch im dritten Teil weniger um die – ebenfalls höchst ansprechenden – Einzelspieler-Missionen, sondern das Multiplayer-Erlebnis. So kann man die Solo-Kampagne via der Online-Spieleplattform „Xbox Live!“ auch mit anderen Spielern aus aller Welt spielen, im „Schmiede“-Modus gemeinsam Spiele-Umgebungen erstellen oder in zahlreichen Variationen zu mehrt gegeneinander antreten.