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Bunnies Don't Do Vacuum Cleaning
Sie sind niedlich, simplen Gemüts und überaus aggressiv. Sie sind meist mit Gegenständen wie Saugglocken, Klobürsten, Tennisschlägern oder Schaufeln bewaffnet. Ihr Markenzeichen ist ein ohrenbetäubendes Kreischen. Und sie wollen die Weltherrschaft an sich reißen. Die Rede ist von den herrlich schrägen Rabbids, den amüsanten Bösewichtern im neuesten Abenteuer von Ubisoft - Ikone Rayman. Die kleinen sadomasochistisch veranlagten Hasen gehören definitiv zu den witzigsten Charakteren der Videospielgeschichte überhaupt und genießen schon seit Veröffentlichung der ersten einer ganzen Reihe von witzigen Trailern, wie etwa „Bunnies Can’t Play Soccer“ oder „Bunnies Don’t Do Vacuum Cleaning“, Kultstatus unter an Games interessierten YouTube - Nutzern.
Im Vergleich dazu wirkt der eigentliche Hauptcharakter des Spiels ziemlich blass und hausbacken. Was ein wenig verwundert, denn Rayman zählt nach Nintendos Mario und Segas Sonic eigentlich zu den prominentesten Jump-&-Run-Helden und konnte in bisher drei Titeln immer durch ein recht charmantes Auftreten überzeugen. Diese Tatsache schmälert den grundsätzlich rundum gelungenen Gesamteindruck von „Rayman Raving Rabbids“ aber nicht weiter. Vor allem da es anders als in den vorangegangenen Teilen sowieso nicht mehr gilt, ein aufwändig erzähltes Plattformabenteuer zu bestehen. Das Genre wurde nämlich komplett gewechselt: Jetzt muss sich Rayman durch eine Sammlung von Minispielen kämpfen.
Die Hintergrundgeschichte ist schnell erzählt: Der Protagonist wird von den psychotischen Rabbids gekidnappt und versklavt. Um seine Freiheit zurückzugewinnen, muss er sich in bester Gladiatorenmanier in einer Vielzahl von Wettkämpfen behaupten. Dieses simple Konstrukt bildet den Rahmen für mehr als 70 kurzweilige, teils mehr, teils weniger fordernde Minigames, die vor makaber-schönen Absurditäten nur so strotzen. So muss man etwa explosive Pakete innerhalb eines eng gesteckten Zeitlimits ausliefern oder die bösartigen Nager durch Hup- und Klingeltöne in möglichst viele Fallen eines Hindernisparcours tappen lassen. Oder es müssen Würmer aus dem weit aufgerissenen Rachen eines zahnkranken Hasen entfernt werden, während dessen fauler Atem das Bild verfärbt und verschwimmen lässt.
In anderen Spielen gilt es, bestimmte Tasten im Takt von Musik zu drücken, damit der tanzende Rayman nicht aus dem Rhythmus kommt. Und auch Disziplinen wie Weitwurfwettbewerbe mit Kühen oder Schweinewettmelken wollen absolviert werden. Besonders spaßig sind die immer nach vier Minigames stattfindenden Finalrunden. Diese bestehen entweder aus Wettrennen auf rasenden Schweinen oder aus kurzen Ego-Shooter-Sequenzen, in denen man mit Saugglocken auf Karnickel schießen muss.
Scheint das Portfolio mit knapp 70 Spielen auf den ersten Blick außerordentlich umfangreich zu sein, so stellt sich nach einigen ausgiebigen Runden relativ schnell heraus, dass der Abwechslungsreichtum dann doch nicht ganz so groß ist wie erhofft. Während einige Spiele auf demselben Gameplay aufbauen und sich nur durch unterschiedliche Settings voneinander unterscheiden, sind andere, wie etwa die Rhythmusgefühl erfordernden Tanzeinlagen, abgesehen vom steigenden Schwierigkeitsgrad, so gut wie völlig ident.
Die perfekt an den Wii-Controller angepasste Steuerung geht intuitiv und locker von der Hand – je nach Minispiel natürlich unterschiedlich –, wirkt im Großen und Ganzen aber sehr akkurat und gut auf Wiimote und Nunchuck abgestimmt. Nicht zuletzt deshalb ist „Rayman Raving Rabbids“ hervorragend als Partyspiel geeignet, kommen seine Stärken doch besonders bei mehreren Mitspielern zum Tragen.