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SingStar Summer Party: Sommer Theater
Zugegeben, radikal würdeloses Verhalten wie in japanischen Karaokebars findet man in unseren Breiten selbst bei den entfesseltsten Partys nicht; vereinzelte Berichte von zerstörten Mikrofonen (verursacht durch einen misslungenen Roger - Daltrey - Propeller) oder tagelange Heiserkeit bei ehrgeizigen Mitspielern deuten aber auf eine durchaus große und begeisterte Community hin. Sonys SingStar - Reihe ist zweifellos ein durchschlagender Erfolg, nicht zuletzt durch das ausgesprochen feine Preis - / Leistungsverhältnis, die intuitive Bedienung und den hohen Spaßfaktor.
Ein Spielkonzept, das sich praktisch unendlich ausreizen lässt. Dank der absolut ausreichenden technischen Fähigkeiten der PS2 ist bisher – und das wohl auch nur aus Anstandsgründen – eine einzige Version von SingStar für die PS3 erschienen; wirklich notwendig wäre das freilich nicht gewesen. Der wahre Fan schwört auf die PS2 und die allseits bekannten Mikrofone.
Sommer, Party – oder beides?
Der aktuelle Release "Summer Party" weicht konsequenterweise auch keinen Millimeter vom bewährten Konzept ab, die Mischung aus aktuellen Songs und Klassikern ist ebenso ausgewogen wie der Schwierigkeitsgrad (gut ausbalanciert zwischen Toni Polster und Grammy-Nominierung). So finden sich in der durchwegs illustren Sammlung an Songs hochkarätige Klassiker wie David Bowies "Let‘s Dance" buchstäblich Tür an Tür mit unbeschwerten Leichtgewichten à la Chesney Hawkes‘ "The One and Only". Ein richtiges Schema bei der Auswahl der Titel lässt sich aber, im Gegensatz zu manch anderen SingStar-Titeln bisher, schwer erkennen. Party, ja klar. Aber warum Summer?
"House of Fun" von Madness ist seit jeher ein großer Skikurs - Klassiker, Totos "Hold the Line" sowieso komplett zeitlos. Wären da nicht archetypische Sommerhits wie "Mambo No. 5"oder "Club Tropicana", man wäre geneigt, den Titel auf nur "Party" zu verkürzen. Allerdings: Bei Sichtung der Musikvideos wird schnell klar, die visuelle Einstimmung geht über gefühlte Sommerlaune oder charthistorische Lupenreinheit. Da darf auch Amy Winehouse kurzbeschürzt ihr (die meisten Spieler ohnedies überforderndes) zweifellos großes Gesangstalent zur Schau stellen, da hat auch Mikas "Big Girl" quasi als Fanal gegen den alljährlichen Bikinifigur - Wahnsinn seine Berechtigung.
Sonnig und heiter
Dennoch, was zählt ist der Spaß. Wirklich hartnäckiges Karaokevolk lässt sich ohnedies nicht vorschreiben, was zu welcher Jahreszeit Spaß macht. Wolfgang Petrys "Wahnsinn" findet sich zwar nur auf "Après Ski Party", der Titel darf aber eigentlich genauso wenig zur Grillwurst und Bier fehlen. Wir lassen uns den Spaß nicht verderben! Sonnenöl oder Sonnenmilch? Rotes oder blaues Mikro? Duett oder Duell? Das sind die Fragen, die zählen – der Rest ist egal. Warum aber auf einer SingStar-Compilation zum Thema Sommer und Party "Macarena", "Sunshine Reggae" und "Dreadlock Holiday" fehlen – das kann leider keiner beantworten.