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Verspielte Früchte
Erst ein paar Wochen ist es her, dass die Firma mit dem Apfel-Logo die zweite Generation des iPhone vorstellte. Und nur wenig später präsentierte ein stolzer Steve Jobs die neueste Version des iPod Touch, dessen Optik, Bedienung und Umfang mit dem iPhone – abgesehen von der Telefon - Funktionalität – weitestgehend ident sind. Jobs präsentierte die überarbeiteten Varianten seiner Cash Cows nicht nur als Mobiltelefon und als Musik-Player, sondern deklarierte sie auch als Spielkonsole, bezeichnete den iPod Touch gar als »das beste portable Gerät für Spiele«, das derzeit auf dem Markt zu haben sei.
Zwei Dinge machen diese mutige Aussage möglich: Einerseits die potente Hardware von iPod Touch und iPhone. Die beiden Geräte können in Sachen Grafik durchaus mit Sonys PSP konkurrieren, dank Touchscreen und Bewegungssensor sind Spielkonzepte möglich, wie wir sie von Nintendo DS und Wii kennen. Andererseits der große Erfolg des Apple Store. Dort ist Software zu haben – und zwar so einfach, wie wir das von Musik und Filmen gewohnt sind. Innerhalb der ersten vier Wochen nach dem Launch konnte Apple weltweit bereits 100 Millionen Downloads verbuchen. Unter den etwa 3.000 angebotenen Applikationen finden sich über 600 Spiele. Und täglich werden es mehr. Denn dass man mit iPhone und iPod Touch Geld verdienen kann, ist den Entscheidungsträgern der Videospiel-Entwicklerstudios natürlich nicht verborgen geblieben.
Zahlreiche Branchen-Veteranen kündigten bereits an, für die mobile Apple-Plattform zu entwickeln, darunter auch klingende Namen wie John Carmack, Chef von id Software und Verantwortlicher für die "Doom"- und "Quake"-Reihen. Neben den etablierten Entwicklern ermuntert Apple mit dem kostenlos zur Verfügung gestellten Software Development Kit auch kleinere Studios und Hobbyprogrammierer, originelle neue Spielideen umzusetzen und unter die Titel der großen Player zu mischen. Innerhalb der nächsten Monate wird sich zeigen, ob der Apple-Hype im mobilen Spielebusiness anhält – und DS und PSP tatsächlich um ihre Daseinsberechtigung bangen müssen.
Star Wars: The Force Unleashed
Nicht nur durch seine eindrucksvolle 3D-Grafik, die zum Besten gehört, was auf Apples kleinem Wunderding bisher zu sehen war – auch durch sein innovatives Steuerungskonzept weiß der iPhone-Ableger des neuesten Abenteuers im »Star Wars«-Universum zu gefallen. Mit dem Finger zeichnet man Symbole aufs Display, wehrt so mit dem Lichtschwert feindliche Blasterschüsse ab und wendet die Macht an, um beispielsweise Gegenstände auf Gegner zu werfen. Die nötigen Bewegungen hat man schnell verinnerlicht. Falls erforderlich können sie jederzeit nachgeschlagen und eingeübt werden. So gilt es verschiedene Actionsequenzen in insgesamt sechs Kapiteln zu absolvieren, in denen viele bekannte Charaktere aus den beiden Trilogien den Weg des Spielers kreuzen. Hat man einen Abschnitt erfolgreich abgeschlossen wird in Form von hübschen Cutscenes die Story rund um einen Schüler Darth Vaders, der abtrünnige Imperiale Einheiten, Jedi-Ritter und Rebellen zur Strecke bringen soll, weitererzählt. (9/10)
Entwickler: THQ
De Blob
Ursprünglich als kostenloses PC-Spiel von Game Design & Development Studenten an der Utrecht School of the Arts entwickelt, wurde der Publisher THQ auf den Titel aufmerksam, erwarb die Lizenz und ließ Versionen für Nintendos Wii und den DS umsetzen. Sowie auch für das iPhone. Letztere Variante wird aus der Vogelperspektive gesteuert. Das wenig komplexe, aber umso spaßigere Spielprinzip ist das gleiche wie bei den 3D-Versionen des Spiels: In einer eintönigen, in Grautönen gehaltenen Welt rollt man den kugeligen Blob wie einen Gummiball durch richtig dosierte Neigung durch herumliegende Farbkleckse und prallt dann gegen Hauswände, um sie in den unterschiedlichsten Farbtönen einzufärben. Je bunter desto besser. Zwar wiederholt sich diese Aufgabenstellung stetig, nur das Zeitlimit wird von Level zu Level enger gesteckt – nichtsdestotrotz versteht der Titel mit seinen witzigen Charakteren eine ganze Weile vors Display zu fesseln. (6/10)
Entwickler: THQ
Spore Origins
Der iPhone-Ableger des Evolutionsspektakels von Sims-Erfinder Will Wright hat sprichwörtlich eingeschlagen wie eine Bombe. Innerhalb von nur kürzester Zeit nach Veröffentlichung setzte sich "Spore Origins" an die Spitzenposition der am meisten heruntergeladenen Spiele im "App Store" – und verteidigt diese seither nachhaltig. Im Gegensatz zum Hauptspiel beschränkt sich die mobile Version rein auf die frühe Phase der Evolution: Fressen oder gefressen werden ist das Motto in der Ursuppe, in der man sich in Form einer kleinen Mikrobe befindet. Als Casual Game angelegt, muss man durch Berühren und Neigen so viel kleinere Kreaturen verschlingen und deren DNA aufsammeln, bis man sich irgendwann so weit entwickelt hat, dass man das Wasser verlassen kann um an Land ein neues Leben zu beginnen. Eine Besonderheit hierbei: Nach einigen Leveln gilt es durch Punktevergabe zu bestimmen, ob man seine Spore in eine defensive oder offensive Richtung weiterentwickeln will. (7/10)
Entwickler: EA