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Do it yourself
Was tun, wenn das lang ersehnte Spiel durchgespielt, der letzte Gegner erledigt, die finale Herausforderung gemeistert ist? Im Normalfall verliert auch der beste Titel rasch an Reiz und gesellt sich oft zu den anderen Staubfängern im Regal. Für PC - Spiele ist das aber oft nicht das Ende: Umfangreiche Editoren oder auch vollständige Software Development Kits (SDK), die bei immer mehr Titeln von den Spieleentwicklern zur Verfügung gestellt werden, lassen jedermann zum kreativen Gestalter eigener Ideen werden. Mods (Modifikationen) sind meist von Hobbyentwicklern erschaffene Erweiterungen auf Basis verschiedener Spiele - Engines, die, das Hauptprogramm vorausgesetzt, kostenlos im Netz bezogen werden können. Besonders die "Half - Life" - Reihe (großes Bild), aber auch "Oblivion", "Fallout" und zahlreiche Titel anderer Genres verfügen inzwischen über äußerst lebhafte Mod - Szenen, die auch nach dem Durchspielen noch monatelangen Spielspaß garantieren.
die welt der mods ist bunt
Während manche nur Schwierigkeitsgrad, Interface oder Usability verbessern oder schlicht neue Levels nachreichen, werden in so genannten "Total Conversions", der Königsklasse des Moddens, die Ausgangsspiele durch neue Grafiken, neue Sounds und neue Spielprinzipien grundlegend umgebaut. So wird etwa "Half - Life 2" in der Mod "Flipside" zum durchgeknallten 2D - Sidescroller, in "Half - Life 2: Wars" zum Echtzeitstrategiespiel oder mutiert "Civilization IV" in "Fall from Heaven II" zum epischen Fantasy - Hit. In der Mod-Database (www.moddb.com) finden sich hunderte Modifikationen für verschiedenste Spiele zum kostenlosen Download.
Längst hat auch die PC - Spieleindustrie die Vorteile der Mod - Szene erkannt und unterstützt sie mit immer umfangreicheren Tools zur Spielweiterentwicklung: Spiele mit lebhafter Mod - Szene bleiben jahrelang kommerziell interessant, entwickeln treue Fangemeinden – und liefern im günstigsten Fall sogar innovative Spielideen: Sowohl "Counter - Strike", "Team Fortress" als auch "Portal" stammen ursprünglich von Modifikationen von "Half - Life" ab. Modding ist somit auch zu einem interessanten Weg geworden, beruflich in die Spielebranche einzusteigen.
Während auf dem PC ganz im Sinne des Web 2.0 die Spieler von der Industrie in ihrer Kreativität unterstützt werden, beäugen die großen Konsolenhersteller den Schöpferdrang ihrer Kundschaft bisher eher mit Misstrauen: Nintendo hat erst im Herbst per Patch die kleine kreative Homebrew - Community vorübergehend von der Wii ausgesperrt, und auch Sonys Versuche, etwa mit »LittleBigPlanet« die Kreativität der User in geordnete Bahnen zu lenken, fallen noch eher schüchtern aus. Eins vor allem dürfte den großen Konsolenherstellern ein Dorn im Auge sein: Das auf Konsolen neue Vertriebsmodell des zusätzlichen "Downloadable Content" soll auf den jeweiligen streng gepflegten und regulierten Marktplätzen und Onlinestores stattfinden und auf jeden Fall – so das Hauptziel – neue Umsätze generieren. Die bunte, kreative Welt des PC - Moddens hingegen bleibt unbegrenzt – und gratis.