|
|
||
|
|
|
WERBUNG Online-Games |
Revolution mit Ansage
Es sind große Versprechungen, die auf der Games Developer Conference das Publikum in Erstaunen versetzten. OnLive, ein gemeinsames Projekt von Electronic Arts, Ubisoft, Take - Two Interactive, Warner Bros. Interactive Entertainment, THQ, Epic Games, Eidos sowie Atari Interactive, soll das Computerspielen für immer revolutionieren. Eine Internetverbindung vorausgesetzt, soll über ein kleines Plugin oder eine Settop - Box das Spielen auch aktuellster Titel auf alten Rechnern oder TV - Geräten ermöglicht werden; die Spiele selbst laufen auf mächtigen Rechnerfarmen, zum Nutzer wird nur das errechnete Bild per Videostream übertragen. Der Spieler steuert sozusagen aus der Ferne – zu Hause werden nur mehr die Videodaten dekodiert.
Viele Größen der Branche, aber auch viele Spieler setzen große Hoffnungen in das Projekt: OnLive würde auf einen Schlag für die Produzenten das Problem von DRM, Raubkopien und Gebrauchtsoftware lösen, der Spieler wiederum wäre von der teuren Aufrüstung seiner Hardware befreit. Doch wie realistisch ist diese Vision? Kritiker bezweifeln, dass vernünftige Latenzzeiten erreichbar sein werden, und auch die versprochene Leistungsfähigkeit der VideokompressionsSoftware wird als utopisch bezeichnet.
Schon heuer soll OnLive an den Start gehen – falls die Macher des Dienstes trotz der gewaltigen Hürden ihre Versprechen halten, beginnt tatsächlich eine neue Ära des elektronischen Spielens. Den Atem anhalten sollte man aber noch nicht: Angekündigte Revolutionen finden bekanntlich eher selten wirklich statt.